Ein junges Mädchen hält sich die Hände vor das Gesicht (Foto: dpa/Nicolas Armer)

Alle schauen weg  - Missbrauch in der Familie

FeatureZeit

Von Karin Lamsfuß  

Sendung: Samstag 14.05.2022 9.05 bis 9.30 Uhr

In jeder Klasse sitzen nach WHO-Schätzungen ein bis zwei Kinder, die Opfer von sexueller Gewalt sind. Oft bitten sie um Hilfe – etwa bei Lehrern oder Verwandten. Doch keiner hört ihnen zu.

Das ist das Ergebnis einer fünf-Jahres-Studie der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.

Vor allem bei innerfamiliärer sexueller Gewalt ist die Scheu, sich einzumischen besonders groß. Ein zentraler Grund: Die Familie wird nach wie vor als Schutzraum angesehen, als "Privatangelegenheit", in der Außenstehende nichts verloren haben. Auch in Schulen und Kitas wiegeln viele ab, wenn es um Prävention geht, mit der Begründung: "Bei uns passiert so was nicht!"

Dabei benötigen diese Kinder unbedingt Hilfe von außen. Denn anders als bei "externen" Täterinnen und Tätern sind diese Familien oft so geschlossene Systeme aus Mittätern und Mitwisserinnen, die alle dicht halten. Die Täter tun alles, um die Kinder zum Schweigen zu bringen: mit Drohungen, Gewalt oder indem sie den Kindern einreden, die Schuld läge bei ihnen. Aber je mehr Menschen die Signale erkennen und Unterstützung holen, desto früher kann das Leid der Kinder beendet werden.


Alle schauen weg - Missbrauch in der Familie
Audio [SR 2, Karin Lamsfuß, 11.05.2022, Länge: 25:28 Min.]
Alle schauen weg - Missbrauch in der Familie


Das Bild ganz oben zeigt ein junges Mädchen, das sich die Hände vor das Gesicht hält (Foto: dpa/Nicolas Armer).

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Redaktion: Ursula Thilmany-Johannsen, Michael ThieserJochen Marmit, Thomas Bimesdörfer, Dagmar Scholle

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