die Schriftstellerin und Übersetzerin Edith Aron (Foto: Peter Goergen)

Die Sprache in den Koffern

Das bewegte Leben der Edith Aron

Ein Feature von Jochen Marmit  

Sendung: Fronleichnam 11.06.2020 11.04 bis 12.00 Uhr

Edith Aron ist am 25. Mai im Alter von 96 Jahren gestorben. Damit ist ein sehr bewegtes Leben zu Ende gegangen. 1923 wurde sie in Homburg/Saar als Kind jüdischer Eltern geboren. Ihre Eltern trennten sich und Edith Aron zog mit ihrer Mutter 1934 nach Argentinien. In Buenos Aires besuchte sie die Pestalozzi-Schule, blieb ihrer Muttersprache treu. Doch schon 1950 kehrte sie nach Europa zurück, lebte in Paris und Berlin, traf ihren Vater wieder. Wieder nutzte sie ihre eigene Sprache, begann als Erste lateinamerikanische Literatur von Julio Cortázar, Jorge Luis Borges, Octavio Paz ins Deutsche zu übersetzen.

Sie kehrte nach Buenos Aires zurück, wo ihr Leben wieder eine schicksalhafte Wendung nahm. Edith Aron packte erneut ihre Koffer, reiste nach London, wo sie in den 1970ern ihr neues Zuhause fand. Sie zog ihre Tochter groß, arbeitete als Sprachlehrerin und begann zu schreiben. Geschichten, die ein ganzes Leben erzählen - zwischen Homburg, Buenos Aires, Paris, Berlin und London. Geschichten, die Heimat sind.

FeatureZeit

An Feiertagen (außer sonntags) zwischen ca. 11.04 und 12.00 Uhr

Die "klassische" Hörfunk-Dokumentation. Radiophone Darstellung von Zeitthemen, Angebote zur Beteiligung am gesellschaftlichen Dialog.

Kontakt: feature@sr.de

Redaktion: Michael ThieserJochen Marmit, Thomas Bimesdörfer, Dagmar Scholle

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