Kinder des Krieges 1944/45 (Foto: SR)

Kinder des Krieges

Erinnerungen an Kindheitstage im Jahr 1945

 

Sendung: Tag der Arbeit 01.05.2020 11.04 bis 12.00 Uhr

"Kindheit im Lager – Die Überlebenden des Holocaust"

Audio-Dossier: Kinder des Krieges
Erinnerungen an die Kindheitstage im Jahre 1945
Hier finden Sie schon jetzt alle Audios der Radiogeschichten zur Fernsehdokumentation "Kinder des Krieges".

Autor: Peter Giesecke
Redaktion: Klaus Uhrig (BR)
Regie: Wolfgang Bauernfeind

Die Welt der Konzentrationslager ist die einzige Welt, die Josef Salomonovic (*1. Juli 1938) kennt, als er Mitte 1944 auf einen Todesmarsch geschickt wird – vom Außenlager des KZ Flossenbürg in der Dresdner Munitionsfabrik Bernsdorf ins bayerische Passau. Josef überlebt und erlebt stark geschwächt die Ankunft der amerikanischen Truppen. Erst Jahrzehnte später beginnt er, über seine Erlebnisse zu sprechen.

Helga Kinsky (*28. Mai 1930) hat 21 Monate in Theresienstadt hinter sich, als sie im Alter von 14 Jahren nach Auschwitz deportiert wird. Helga hat Glück. Sie behauptet 18 Jahre alt zu sein und wird zur Zwangsarbeit in einem Außenlager des KZ Flossenbürg eingeteilt. Bis im April 1945 die Rote Armee näher rückt und die SS das Arbeitslager hektisch räumen lässt.

Vera Treplin (*1938) erlebt das Kriegsende im KZ Theresienstadt. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter hat sie überlebt. Doch für die Familie ist dies erst der Beginn einer Odyssee bei der Vera Treplins Mutter stirbt und Vera selbst erleben muss, dass sie als Juden auch im Nachkriegsdeutschland nicht willkommen sind.



"Von Aachen bis zum Edersee – das lange Warten auf Kriegsende"

Autoren: Uli Hufen, Christiane Kreiner, Juliane Spatz, Jörg Döring
Redaktion: Adrian Winkler (WDR), Dorothee Meyer-Kahrweg (hr)
Regie: Wolfgang Bauernfeind

Josefine Pütz, geboren 1934, wächst in Merzenich bei Düren auf. Flüchtet Ende 1944 unter Tieffliegerbeschuss Richtung Westen.

Friederike Görtz wird 1934 als Tochter eines katholischen Nazis und einer jüdischen Mutter in Mönchengladbach geboren. Der Vater verlässt die Familie, für Mutter und Kind beginnen Jahre der Angst. Die Puppe einer jüdischen Freundin erinnert Friederike Görtz bis heute daran.

Heinrich Jumpertz ist zwölf Jahre alt, als amerikanische Truppen sein Heimatdorf Kirchberg bei Jülich erobern. Noch kurz vor der Befreiung muss Jumpertz seinen Vater beerdigen.

Paul Brandt wächst seit 1931 in der Kölner Altstadt auf. Über Jahre erlebt er mit, wie seine Heimatstadt durch britische und amerikanische Luftangriffe in Schutt und Asche gelegt wird.

Heinrich Volk erlebt das Kriegsende als 10-jähriger im ländlichen Münsterland. Die letzte Bombe des Krieges in seiner Gegend fällt auf sein Elternhaus, aber die Familie war rechtzeitig im Erdbunker. Dann kommen die Engländer.

Reinhold Ramlau ist 7 Jahre alt, als der Krieg auch im Ruhrgebiet endet. Seine Mutter starb bei der Geburt, der Vater ist im Krieg, Reinhold wächst bei der Stiefmutter auf. In Armut, ungeliebt und in Angst.

Friedhelm Gannermann beobachtet im März 1945 vom nahen Schwerte aus den schwersten Luftangriff, der je auf eine deutsche Stadt geflogen wurde. Was in Dortmund noch brennen kann, ist ihm ein Rätsel.

Erna Heinze aus Vöhl am Edersee, geboren 1928, hat aufgrund des Krieges keine gute Erinnerung an ihre Jugend. Ihr Vater starb in der Kriegsgefangenschaft an Hungertyphus.

Karin Müller-Laupert (geb. Laupert), Jahrgang 1937, lebt mit ihrer Familie während des Krieges in der Römerstadt, einer modernen Siedlung im Nordwesten von Frankfurt. Nach Kriegsende muss die Familie die kaum zerstörte Römerstadt verlassen: erst für so genannte Fremdarbeiter und später für amerikanische Familien.

Der Frankfurter Rolf Seubert war zwei Jahre alt, als seine Schwester bei einem Luftangriff auf Frankfurt im Juli 1943 verschüttet wird. Sie überlebt, aber die Mutter zieht mit den Kindern zurück in ihr Heimatdorf nördlich von Aschaffenburg. 1945 kam der Krieg auch dort hin. Rolf Seubert erinnert sich an Sirenengeheul, Angst und schließlich an die ersten GIs, die ihm die erste Schokolade seines Lebens schenkten.


Hintergrund

DAS TRAUMA EINER GENERATION

Menschen der 1930er Jahrgänge erzählen


Kinder des Krieges
Erinnerungen an Kindheitstage im Jahr 1945

Wenn die deutsche Öffentlichkeit in diesen Monaten dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 gedenkt, wird deutlich werden, wie klein die Zahl jener Menschen ist, die über diese Zeit noch aus eigenem Erleben berichten kann. Aber noch leben Angehörige der Generation, die den Krieg miterlebten. Noch leben die letzten Zeitzeugen, die in Bombenkellern saßen, zum Volkssturm eingezogen wurden, mit ihren Eltern vor der näher rückenden Front flohen. Das Bemerkenswerte dieser Zeitzeugen der Jahrgänge 1930 bis 1940, also  der heute 80- bis 90-Jährigen ist der Umstand, dass deren Erfahrungen Kindheitserlebnisse sind – Eindrücke, die oft lange Zeit vergessen und verdrängt schienen, die aber im höheren Alter wieder hervortreten und im Lichte eines langen bewussten Lebens eine besondere Deutlichkeit und Deutung gewinnen können.

Feature-Autorinnen und -Autoren der ARD haben 30 Zeitzeugen nach ihren Kindheitserinnerungen im Frühjahr 1945 befragt. Erzähltes Leben in 30 Schicksalen und mehreren Episoden.

DasErste.de: Kinder des Krieges
Erinnerungen an die Kindheitstage im Jahre 1945
Hier finden Sie schon jetzt alle Audios der Radiogeschichten zur Fernsehdokumentation "Kinder des Krieges".


SR 2 KulturRadio sendet diese beeindruckenden Dokumente mündlicher Geschichtsschreibung an drei Tagen im Mai:

FeatureZeit, 1. Mai 2020, 11.04 Uhr bis 12.00 Uhr:
"Kindheit im Lager – Die Überlebenden des Holocaust"
"Von Aachen bis zum Edersee – das lange Warten auf Kriegsende"

HörStoff Spezial, 2. Mai 2020, 09.05 Uhr bis 10.00 Uhr:
"Diese Narben, die habe ich immer behalten – Fluchtgeschichten zwischen Ostpreußen und Bremen"
"Zwischen den Fronten – Von Böhmen bis in die Reichshauptstadt"

HörStoff, 9. Mai 2020, 09.05 Uhr bis 09.30 Uhr:
"Evakuierung, Widerstand und letzte Gefechte an der Saar"

FeatureZeit

An Feiertagen (außer sonntags) zwischen ca. 11.04 und 12.00 Uhr

Die "klassische" Hörfunk-Dokumentation. Radiophone Darstellung von Zeitthemen, Angebote zur Beteiligung am gesellschaftlichen Dialog.

Kontakt: feature@sr.de

Redaktion: Michael ThieserJochen Marmit, Thomas Bimesdörfer, Dagmar Scholle

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