Die letzten Regenwald-Nomaden

Die letzten Regenwald-Nomaden

Eine Suche im Herzen Borneos

Audio: Erhardt Schmid  

Sendung: Karfreitag 10.04.2020 11.04 bis 12.00 Uhr

Vorbote der Neuzeit: Der kleine Jorgi, zwei Jahre alt, schaut auf einem Smartphone einen Zeichentrickfilm mit Donald Duck (Foto: Erhardt Schmid)
Der zweijährige Punan Jorgi (Foto: Erhardt Schmid)

Tief im Dschungel von Borneo gibt es noch Urwald-Nomaden, heißt es. Die Punan leben seit Urzeiten naturnah vom Jagen und Sammeln. Doch können sie ihre Traditionen und ihre Wälder gegen Holz- und Kohlekonzerne verteidigen? Um das herauszufinden, ist der Autor Erhardt Schmid tief ins Herz von Borneo gereist, der drittgrößten Insel der Welt.

Zwar schrumpfen die Urwälder durch Abholzung, Kohleabbau und Palmölplantagen. Trotzdem leben im unzugänglichen Grenzgebiet zwischen Indonesien und Malaysia heute noch rund 20.000 Punan. Sie gelten vielen Wissenschaftlern und Medien als edle Öko-Wilde, die im Einklang mit der Natur leben und ihren Wald mit Blasrohren und Giftpfeilen verteidigen.

Doch können die Punan den Regenwald dauerhaft gegen Ausbeutung und Zerstörung schützen? Ist überhaupt genug Wildnis übrig, damit sie auch im 21. Jahrhundert noch als Selbstversorger umherstreifen können? Und wollen sie das überhaupt?


Dass die Hütten der Sippe neu sind, lässt sich schon am hellen, unbehandelten Holz erkennen. Satellitenbilder zeigen an dem neuen Wohnort noch dichten Dschungel. (Foto: Erhardt Schmid)
Dass die Hütten der Sippe neu sind, lässt sich schon am hellen, unbehandelten Holz erkennen. Satellitenbilder zeigen an dem neuen Wohnort noch dichten Dschungel.


Der Autor ist mit dem Flugzeug, in Jeeps, auf Motorrädern, per Schnellboot und zu Fuß durch Borneo gereist. Drei Anläufe hat er gebraucht, um in das Gebiet vorzudringen, wo Forscher die letzten frei umherstreifenden Sippen vermuten – immer in Sorge, dass er womöglich zu spät kommt. Denn wenn die letzten Urwald-Nomaden von Borneo sesshaft werden, endet dort eine Jahrtausendealte Tradition. (BR, hr, SR, SWR 2020)


Der Punan Kawi und seine Frau schauen unglücklich in meine Kamera: Als wären sie aus einem Urwald entführt und in ihrem Weiler Saturan abgesetzt worden (Foto: Erhardt Schmid)
Der Punan Kawi und seine Frau schauen unglücklich in meine Kamera: Als wären sie aus einem Urwald entführt und in ihrem Weiler Saturan abgesetzt worden

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Redaktion: Michael ThieserJochen Marmit, Thomas Bimesdörfer, Dagmar Scholle

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