Residential Schools in Kanada

"Dem Kind den Indianer austreiben"

Residential Schools in Kanada

Von Peter Mücke  

Sendung: Samstag 27.08.2022 17.30 bis 18.00 Uhr

Vor gut einem Jahr hat der Fund von Hunderten Gräbern auf dem Gelände eines ehemaligen Internats für Kinder aus indigenen Familien Kanada an eines der grausamsten Kapitel seiner Geschichte erinnert. Bei den Opfern und ihren Angehörigen hat es tiefe Wunden aufgerissen.

Zwischen 1870 und 1996 waren rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern und gemischten Paaren von ihren Familien getrennt und in Internate gesteckt worden, um sie zur Anpassung zu zwingen. Erklärtes Ziel: Dem Kind den Indianer austreiben. Nach Schätzungen sind mehrere Tausend Kinder in den Schulen gestorben – meist an Unterernährung und Krankheiten. Die, die überlebt haben, waren häufig Misshandlungen und sexueller Gewalt ausgesetzt.

Viele indigene Gemeinschaften machen die Heime, die ganze Generationen geprägt haben, für soziale Probleme wie Alkoholismus, häusliche Gewalt und erhöhte Selbstmordraten verantwortlich. Die meisten der Internate wurden im Auftrag der kanadischen Regierung von Kirchen und Religionsgemeinschaften betrieben, drei Viertel davon von der katholischen Kirche.

(ARD)


Die Reportage

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Redaktion: Michael Thieser, Katrin Aue

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