Cartagena, Blick auf die Stadt (Foto: dpa)

Rio

Der größte Sklavenhafen der Welt und sein Erbe

Von Anne Herrberg und Joao Soares  

Sendung: Samstag 06.08.2022 17.30 bis 18.00 Uhr

Rio de Janeiro, Stadt des Samba, des Karneval, war einer der größten Sklavenhäfen der Welt. Sklaven verluden für die europäischen Kolonialherren die Reichtümer Brasiliens auf Schiffe, pflegten die Kinder der Reichen, schufteten auf Kaffeeplantage und bauten Paläste. Doch bis heute wird der Menschenhandel in der Stadt heruntergespielt und als eine Art 'humaneres' Gegenstück zur Sklaverei in den US-Südstaaten verklärt.

Eine Aufarbeitung der Geschichte findet nicht statt. Es gibt kein offizielles Museum in der Stadt, archäologische Fundstätten von Massengräbern, die unter anderem während der Bauarbeiten zu den Olympischen Spielen ans Licht kamen, bekommen keine Finanzierung. Die Mitglieder der Militärpolizei, die einst zur Verfolgung flüchtiger Sklaven gegründet wurde, zählen bis heute zu den brutalsten Sicherheitskräften der Welt. In keiner Stadt der Welt kommen bei Polizeieinsätzen so viele, überwiegend schwarze Menschen ums Leben wie in Rio.

Gleichzeitig hat sich eine junge Generation Schwarzer Rechte erkämpft. Sie fordern eine Aufarbeitung der Wurzeln des strukturellen Rassismus in der Stadt ein und drängen in die Politik. Ein Rundgang durch Rios Geschichte und ihr Erbe.


Die Reportage

Im langen Samstag auf SR 2 KulturRadio

Samstags 17.30 - 18.00 Uhr
(ca. 9 mal im Jahr als ARD radio feature von 17.04 - 18.00 Uhr)

Die Reportage: Dokumentation und Hintergrund, authentisch, informativ, gründlich recherchiert - von profilierten Journalisten, insbesondere den ARD-Auslandskorrespondenten.

Kontakt: feature@sr.de

Redaktion: Michael Thieser, Katrin Aue

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