Cartagena, Blick auf die Stadt (Foto: dpa)

Kolumbien

Erstmals Linksruck im einstigen Bürgerkriegsland?

Von Anne Herrberg  

Sendung: Samstag 28.05.2022 17.30 bis 18.00 Uhr

Noch nie gelang es der Linken in Kolumbien, in den Präsidentenpalst gewählt zu werden, aber das könnte sich nun ändern. Schon bei den Parlamentswahlen im März, die als Stimmungsbarometer gelten, ging das linke Bündnis "Historischer Park" um Ex-Guerillero Gustavo Petro als Gewinner hervor.

Bei den Präsidentschaftswahlen Ende Mai tritt er mit der afrokolumbianischen Feministin und Umweltaktivistin Francia Márquez an, die für einen Generationenwandel und eine neue Linke steht, die sich von den Regimen in Nachbarländern wie Venezuela und Nicaragua lossagt.

Der mögliche politische Wechsel steht – wie auch bereits in Chile beobachtet, in engem Zusammenhang mit sozialen Protesten. 2021 gingen in Kolumbien Hunderttausende auf die Straße, um gegen soziale Ungerechtigkeit und eine elitäre Politikerklasse zu demonstrieren, die vor allem in die eigene Tasche wirtschaftet.


Das Audiobild zeigt Präsidentschaftskandidat Gustavo Petro von der Koalition des "Historischen Paktes" bei der Begrüßung seiner Anhänger während einer Wahlkampfveranstaltung in Medellin, Kolumbien (Foto: picture alliance/dpa/AP | Jaime Saldarriaga).


Allerdings kommen in dem ehemaligen Bürgerkriegsland Kolumbien noch ganz andere Herausforderungen hinzu. Zwar wurde vor 5 Jahren ein Friedensvertrag mit der größten und ältesten Guerilla der westlichen Welt, den Farc geschlossen, doch die Gewalt im Land geht weiter. Bewaffnete Banden, andere Guerillas, mit der Drogenmafia verbundene Verbrechersyndikate bekämpfen sich. Wie würde sich ein Linker diesen Herausforderungen stellen? (ARD)


Das Bild ganz oben zeigt die Stadt Cartagena in Kolumbien (Foto: dpa).


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