Kontrabass Hals (Foto: DRP/Muth)

Béla Bartók: Divertimento für Streichorchester

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Ulrich Möller-Arnsberg  

"Nie schrieb er so allgemeinverständlich, nie wusste er die Ergebnisse seines ganzen Lebens so zusammenzufassen, wie damals", schrieb Musikwissenschaftler Bence Szabolcsi über Béla Bartók und sein Divertimento von 1939. Ulrich Möller-Arnsberg stellt dieses "starke Stück" im Gespräch mit dem Geiger Radoslaw Szulc vor.

Sendung: Samstag 05.09.2020 10.20 Uhr

Dreimal kurz hintereinander hat Radoslaw Szulc, Konzertmeister des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, Béla Bartóks Divertimento für Streichorchester mit dem von ihm gegründeten Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks aufgenommen. Das Stück fasziniert Szulc vor allem deshalb, weil es der Komponist in all seiner Komplexität in nur zwei Wochen im August 1939 niedergeschrieben hat.

Divertimento bedeutet hier nicht nur unterhaltsam

Gerade der zweite Satz in seiner dunkel-düsteren Farbgebung geht weit über das hinaus, was mit dem unterhaltenden Charakter gemeint ist, der an sich den Gattungsbegriff "Divertimento" ausmacht. Bartók schrieb sein Divertimento im Schweizer Sommerurlaub, wo er angesichts von Nationalsozialismus, Verfolgung und drohendem Krieg hin und hergerissen war, ob er noch in seiner deutsch-freundlichen Heimat Ungarn bleiben, oder nach Übersee auswandern solle. Er entschied sich für Auswanderung.

Es sind die beiden Ecksätze des Divertimento, die im Kontrast zum melancholischen Mittelsatz vor Vitalität sprühen. Jener Vitalität, die Bartok als Volksmusikforscher in den traditionellen Melodien vom Land gefunden hatte und davon als Komponist beeinflusst war, wie zum Beispiel im dritte Satz, in seinem munteren Wechsel zwischen Solo- und Tuttistellen.

Das ist richtig Bergleute-Musik. So ein Spieler-Mann spielt da auf. Das ist voll von Witz und Spielfreude geprägt. Diese leeren Saiten und Quinten, das macht auf jeden Fall Spaß.

Radoslaw Szulc


Live zu hören im Rahmen der DRP-Saisoneröffnung am 13. September 2020:

Konzert jeweils um 11.00 und 15.00 Uhr | Congresshalle Saarbrücken & live auf SR 2 KulturRadio um 11.04 Uhr

1. Matinée Saarbrücken

Das Programm wurde entsprechend behördlicher Vorgaben geändert.

Die Anzahl der Plätze ist aufgrund geltender Abstandsregeln limitiert. Deshalb bieten wir mehrere Vorstellungen an. Die Konzerte dauern eine gute Stunde und haben keine Pause.

Deutsche Radio Philharmonie
Pietari Inkinen, Dirigent
Olli Mustonen, Klavier

Olli Mustonen
"Valoa kohti - fanfaari vaskiyhtyeelle" / "Towards the Light - Fanfare for Brass Ensemble"
(UA - Auftragskomposition der DRP)

Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19

Béla Bartók
Divertimento für Streichorchester


12. & 13. September 2020 | 11 Uhr & 15 Uhr | Congresshalle Saarbrücken
INKINEN | MUSTONEN
1. Matinée Saarbrücken


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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