Oboe (Foto: DRP/Marco Borggreve)

Wolfgang Amadeus Mozart: Oboenkonzert C-Dur KV 314

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Wiebke Matyschok  

Die Oboe inspirierte von der Barockzeit bis heute zahlreiche Komponisten. Bei Mozart kommt sie als Soloinstrument seltener vor. Wiebke Matyschok stellt das Oboenkonzert in C-Dur gemeinsam mit dem Oboisten Albrecht Mayer vor.

Sendung: Samstag 23.11.2019 10.20 Uhr

Mozart hatte dem Mannheimer Oboisten Friedrich Ramm sein Oboenkonzert KV 314 gewidmet. Das geht aus einem Brief an den Vater vom November 1777 hervor: "Ich habe ihm ein Präsent mit den Hautbois Concert gemacht, es wird im Zimmer bey Cannabich abgeschrieben, der Mensch ist närrisch vor freude."

Umarbeitung zum Flötenkonzert

 Albrecht Mayer (Foto: Felix Broede)

Dann aber musste die Komposition noch einmal herhalten, denn ein reicher Dilettant hatte Flötenmusik bei Mozart bestellt: Quartette, ein Konzert. Mozart griff zur Feder, setzte das Oboenkonzert einen Ton höher - nach D-Dur. Die Oboenstimme ging dabei flöten. Erst 1950 tauchte eine Oboenstimme in Salzburg auf, voller Fehler zwar, doch KV 314 kam wieder zum Vorschein als Oboenkonzert. Erst der Oboist Ingo Goritzki machte sich dann akribisch-wissenschaftlich auf Spurensuche.

Er war kein großer Freund der Flöte. Das weiß man aus der Korrespondenz mit seinem Vater. Er sagt da: 'Und dann bin ich immer gleich stuff, wenn ich für ein Instrument schreibe, das ich nicht leiden kann (…).' Ich glaube schon, dass es klar ist, dass Mozart nicht umsonst ins Blaue hinein ein Konzert für Flöte geschrieben hat. Er musste irgendetwas nehmen; und dieses D-Dur-Flötenkonzert, was ja unser Oboenkonzert in C-Dur ist, ist überhaupt nicht flötistisch. In keinster Weise. Der Tonumfang ist zu klein für die Flöte, es gibt zu wenig virtuoses Spielwerk. Es ist ideal für Oboe, klingende Figuren, redend, singend, ein Konzert für Oboe eben.

Albrecht Mayer über die Studien seines Lehrers zu Mozart


Live im Konzert zu hören:

Sonntag, 24. November 2019, 17.00 Uhr

Konzert anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Orchestre Symphonique SaarLorraine im Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks

Orchestre Symphonique SaarLorraine
Franziska Klesen, Oboe
Lukas Stubenrauch, Viola
Götz Hartmann, Leitung

Théodore Gouvy (1819-1898): Symphonie brève en sol mineur op. 58
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Oboenkonzert C-Dur KV 314
Benjamin Britten (1913-1976): Lachrymae - Reflections on a song of Dowland for Solo Viola and String Orchestra op. 48a
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93

Orchestre Symphonique SaarLorraine  (Foto: Ulrich Höfer/Pressefoto)


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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