Eine Büste des Komponisten Franz Liszt (Foto: dpa / picture alliance / Martin Schutt)

Franz Liszt: Duo-Sonate für Violine und Klavier

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Susanna Felix  

Dass der "Paganini des Klaviers", Franz Liszt auch für andere Instrumente komponierte, ist weniger bekannt. So schrieb er als junger Pianist, nachdem er einen der legendären Auftritte Paganinis hautnah miterlebt hatte, eine Duo-Sonate für Violine und Klavier. Erst vor rund 50 Jahren wurde das Werk im Archiv des Weimarer Liszt-Museums entdeckt.

Sendung: Samstag 12.10.2019 10.20 Uhr

Franz Liszt bewundert Frédéric Chopin zeitlebens. Mit Anfang 20 lernen sich die beiden Pianisten in Paris kennen. Mögen sie auch charakterliche Gegensätze sein - der eine ein gefeierter Tastenlöwe, der andere eher publikumsscheu und introvertiert - verbindet sie doch eine enge Freundschaft. Liszt schätzt Chopin auch für seine Kompositionen. Das Thema aus der Mazurka op. 6 Nr. 2 in cis-Moll gefällt ihm besonders so gut. Und so wählt Liszt es als Grundbaustein für seine Violinsonate.

"So wie die Thematik Chopins in diesem Stück behandelt wird, hat es etwas Labyrinthisches. Das guckt sie permanent an und sie gucken hin und weg ist es. Und dann kommt es wieder in lauter lachenden Gesichtern, manchmal Fratzen. Tausende Gesichter tauchen auf vor dem inneren Ohr in allen Wesenszügen. Und das ist ein Versteckspiel, fast ein Kokettieren mit dem Material." (Geiger Ingolf Turban)

Dass Liszt überhaupt ein Werk für Geige schreibt, ist zu diesem Zeitpunkt sicherlich kein Zufall. Nach den Auftritten Niccolò Paganinis in der französischen Hauptstadt befindet sich Liszt - wie ganz Paris - im Paganini-Rausch. In seiner Duo-Sonate vermischt Franz Liszt also verschiedene musikalische Einflüsse: die Thematik Chopins, die Virtuosität Paganinis und sein eigenes Genie, das all das zu etwas ganz Eigenem, Neuen verarbeitet.

"Das ist wirklich so als würden Sie eine Konferenz hören, eine musikalische. Ich stelle sie mir alle so an einem Tisch vor: da der Chopin, und gerät vielleicht in ein leicht trunkenes Delirium und sieht dann Paganini nicht vielleicht nur einfach, sondern vielleicht gleich doppelt. Und dann den Liszt, der das Ganze an einem imaginären Riesenflügel spielt." (Ingolf Turban)


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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