Ludwig van Beethoven (Foto: dpa)

Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Ulrich Möller-Arnsberg  

Das 1. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven ist eigentlich gar nicht sein erstes. Es entstand nämlich, als das zweite schon fertig war. Fünf Jahre lang feilte Beethoven am Werk, bis er schließlich zufrieden war.

Sendung: Samstag 02.03.2019 10.20 Uhr

Ludwig van Beethoven:
Klavierkonzert Nr. 1

Von ersten abgeschlossenen Skizzen im März 1795 bis zur letzten revidierten Fassung des Soloparts im April 1800 reicht die Zeitspanne, innerhalb der Ludwig van Beethoven immer wieder an seinem C-Dur-Konzert gefeilt hat. Weil es als Opus 15 früher veröffentlicht wurde als das Zweite Klavierkonzert, gilt es heute offiziell als das erste seiner fünf Werke dieser Gattung.

DER MOZART-NACHFOLGER

Als Beethoven in Wien mit seinen Klavierkonzerten auf den Plan trat, war das Genie Mozart der Stadt bereits entrissen. Da kam der neue Stern am Horizont gerade recht und erarbeitete sich rasch den Ruf eines genialenTalents. Der Mäzen Fürst Karl von Lichnowsky nahm den jungen Beethoven gewissermaßen als Mozart-Nachfolger in seinen Kreis auf. Der neue 24-jährige Klaviervirtuose beglückte die Akademie der Tonkünstler-Societät im Wiener Hofburgtheater am 29. März 1795 mit einer ersten Fassung seines C-Dur Klavierkonzertes, dessen Form sich noch an den Vorbildern Haydn und Mozart orientierte.

DAS KLAVIERKONZERT NR. 1 IN C-DUR

Dem brillianten Solopart steht in Beethovens C-Dur-Klavierkonzert ein symphonisch durchgearbeiteter Orchestersatz gegenüber, wie es ihn in der Gattung Klavierkonzert bis dahin nicht gegeben hat. Auch erweitert Beethoven gegenüber seinem früheren B-Dur-Konzert die Besetzung: Klarinetten, Trompeten und Pauken kommen neu zum bisherigen Orchesterinstrumentarium hinzu.

Die einzelnen Sätze von Beethovens Klavierkonzert bilden untereinander starke Kontraste. So folgt dem feurig-heroischen Eröffnungssatz mit der Bezeichnung "Allegro con brio" als zweiter Satz ein extrem lyrisch-zartes Largo, das sich weitestgehend zwischen piano und pianissimo bewegt.

Lars Vogt, Pianist (Foto: SR)
Lars Vogt, Pianist

"Die intensive Rhythmik, die Subito-Dynamik, die immer wieder kommt, die Dimension 'der Wille'. Häufig ist es ja bei Beethoven etwas, was durch Willen, durch menschliche Kraft erzielt wird. Bei Mozart ist es mehr eine göttliche, natürliche Fügung vielleicht. Also das ist schon etwas typisch Beethoven'sches, was da zum Vorschein kommt." (Lars Vogt, Pianist)

Der dritte Satz von Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 ist geprägt von einer frech-rasanten Tanzmelodie. Der Komponist reizt hier alle Mittel aus, um das Wechselspiel zwischen Orchester und Solist voranzutreiben und zu verdichten.

Der letzte Satz rundet gewissermaßen die beiden vorangehenden als effekvoller Rausschmeißer ab. Nach heroischem Anfang und verinnerlichtem Zwischenspiel bittet er noch ein bisschen aufs Tanzparkett, so wie es Beethoven in ungarischen Puszta-Scheunen erlebt haben mag.


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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