Jean Sibelius (Foto: Imago/United Archives)

Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 4 a-Moll

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Elgin Heuerding  

Seine ersten beiden Symphonien sind romantische Werke. Mit der dritten Symphonie hat sich Jean Sibelius rückwärts orientiert: Sie ist geradezu klassisch geworden. Bei der vierten ist er dann wieder komplett neue Wege gegangen. Diese Symphonie in a-Moll op. 63 wird gerne avantgardistisch genannt - unter anderem, weil Sibelius die Symphonie aus einem Kern entwickelt: dem Tritonus.

Sendung: Samstag 12.01.2019 10.20 Uhr

Elgin Heuerding im Gespräch mit dem Dirigenten Colin Davis

Jean Sibelius schlägt in seiner 4. Symphonie einen tragischen, düsteren, manchmal schwer auf der Seele lastenden Ton an. Entstanden ist die Symphonie a-Moll in den Jahren 1909 bis 1911. Zuvor, im Jahr 1908, wurde Sibelius wegen eines Tumors am Hals operiert. Hinterher war lange Zeit unklar, ob er wirklich genesen würde. Spielt diese biografische Situation für die 4. Symphonie eine Rolle?

"Harte Zeit für Sibelius: nicht trinken, nicht rauchen. Aber all das war immer in ihm. Er hat keine Zuversicht, ist selbstkritisch. Hat sich aufgeblasen und ist dann zurückgesunken. Aber er hatte einen Kopf, der alles organisiert, auch wenn man das nicht meint, komponierte er doch." Sir Colin Davis

Die Symphonie ist natürlich nicht bloß eine Spiegelung der Krankheit von Jean Sibelius. Der Komponist selbst hat oft betont, seinen Symphonien lägen keine "Programme“ zugrunde. Dennoch hat auch Sibelius bemerkt, dass immer mal wieder ein Abbild seines seelischen Zustandes in der Musik haften geblieben ist.

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