Das Starke Stück: Felix Mendelssohn-Bartholdys Oktett Es-Dur

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Oktett Es-Dur

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

von Wiebke Matyschok  

Sendung: Samstag 10.11.2018 10.20 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy:
Oktett Es-Dur

Elfen. Feen. Kobolde. Hexen. Ein Traum einer Walpurgisnacht. Ein Geisterspuk, von einem Wunderkind in Töne gesetzt. Der Geniestreich eines 16 Jahre alten Knaben. Felix Mendelssohn Bartholdy hatte sich von Goethe zu dieser Musik inspirieren lassen.

"Es wäre wirklich einmal eppes Rores, wenn aus einem Judensohne ein Künstler würde", schrieb der Lehrer Carl Friedrich Zelter an den Dichterfreund Goethe in Weimar über ein Wunderkind. Gemeint war der 14-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy. Den unterrichtete Zelter, Leiter der Berliner Singakademie, schon seit einigen Jahren in Komposition. Außerdem spielte Felix schon früh Klavier "wie der Teufel". Aus seinem Sohn sollte etwas werden, hatte Vater Abraham Mendelssohn Bartholdy - ein reicher Bankier - früh beschlossen. Der junge Komponist musste allerdings erst noch beweisen, dass er für die Musikerlaufbahn tauge...

Das Wunderkind Felix

"Mein Felix fährt fort und ist fleißig, er hat soeben ein Oktett für acht obligate Instrumente vollendet, das Hand und Fuß hat", erstattete Carl Friedrich Zelter - Leiter der Berliner Singakademie, im bürgerlichen Beruf Maurermeister und Theorielehrer des Wunderknaben - seinem Freund Bericht. Johann Wolfgang von Goethe. Viel mehr ist nicht bekannt über die Entstehung des Oktetts im Jahr.

Der Greis hatte bereits wenige Jahre zuvor dem erst 13-jährigen Mendelssohn eine Handschrift Mozarts vorgelegt. Dieses Wunderkind hatte Goethe in Frankfurt einst spielen gehört, da war der Dichter selber erst zwölf. Zelters Schützling meisterte die ihm gestellte Aufgabe fehlerfrei. War er der Mozart des 19. Jahrhunderts?

Carl Friedrich Zelter zu Felix Mendelssohn Bartholdy

Mein lieber Sohn, von heut ab bist Du kein Junge mehr, von heute an bist Du Gesell, ich mache Dich zum Gesellen im Namen Mozarts, im Namen Haydns und im Namen des alten Bach. (Carl Friedrich Zelter)

Wirkung

Die Jahre des Wunderkinds waren nun vorbei. Im selben Jahr war der junge Mendelssohn bereits Luigi Cherubini in Paris vorgestellt worden. Ein alternder Opernkomponist, der dem Knaben wie ein "ausgebrannter Vulkan" vorkam:

Er sprüht noch zuweilen, aber er ist ganz mit Asche und Steinen bedeckt.
(Luigi Cherubini)

Luigi Cherubini war beeindruckt von Klavierspiel wie Kompositionen des jungen Musikers und erteilte seinen Ritterschlag. Vater Abraham Mendelssohn Bartholdy war nun überzeugt. Sein Sohn würde Musiker werden. Wenige Monate später vollendete der junge Komponist das Oktett, das seinen nächsten Geniestreich vielleicht schon ahnen ließ. Die Ouvertüre zum Sommernachtstraum von William Shakespeare. Felix, der Glückliche?


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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