Franz Schubert (Foto: Imago/Imagebroker)

Franz Schubert: Der Tod und das Mädchen

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Barbara Doll  

"Der Tod und das Mädchen": Mit dieser Allegorie befasste sich Franz Schubert erst in einem Klavierlied, dann, im Frühjahr 1824, in seinem d-Moll-Streichquartett. Es ist kein bestimmtes Mädchen gemeint, sondern der Mensch in seiner Vergänglichkeit. Barbara Doll hat mit der Bratschistin Monika Henschel über das Werk gesprochen.

Sendung: Samstag 04.08.2018 10.20 Uhr

Viel Begeisterung konnte der Geiger und Schubert-Zeitgenosse Ignaz Schuppanzigh offenbar nicht aufbringen für Schuberts Streichquartett "Der Tod und das Mädchen". Mit seinem berühmten Schuppanzigh-Quartett hat er zwar sehr erfolgreich Schuberts "Rosamunde"-Quartett erstaufgeführt. Doch das unmittelbar danach entstandene Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" wollte Schuppanzigh nicht einstudieren. Die ungewohnt schroffe und düsteren Tonsprache irritierten ihn und seine Quartett-Kollegen.

Musikalische Todessymbole

Mit Punktierungen, Triolen und nervösen Sechzehntel-Läufen deutet Schubert schon im ersten Satz auf den Charakter des ganzen Quartetts. Der Tod ist in dieser Musik allgegenwärtig; durch musikalische Todessymbole, wie etwa das Ostinato. Oder durch ein Selbstzitat, wie im Finale: Die Melodie in der ersten Geige erinnert an Schuberts Lied "Der Erlkönig", in dem ebenfalls der Tod das letzte Wort behält.


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

Artikel mit anderen teilen