Hector Berlioz (Foto: dpa)

Hector Berlioz: Symphonie fantastique

Das Starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Ulrich Möller-Arnsberg  

"Noch bin ich unbekannt", schrieb der französische Komponist Hector Berlioz im Juni 1829 im Alter von 25 Jahren. Doch er war sich gewiss, mit der Idee zu einem großen Instrumentalwerk den durchschlagenden Erfolg zu erringen. Mit seiner "Symphonie fantastique" schuf Berlioz eine neue Art von Programmmusik. Ulrich Möller-Arnsberg stellt dieses "Starke Stück" im SR 2-Klassiker vor.

Sendung: Samstag 07.07.2018 10.20 Uhr

Durch die Literatur Goethes sowie durch die Symphonik Beethovens wurde Berlioz zu seinem bedeutenden Werk inspiriert. Es ist die sogenannte "Idée fixe" zu den - wie Berlioz sie nennt: "Episoden aus einem Künstlerleben". Sie ist das Hauptthema, das den Künstler meint, der in verschiedenen inneren Gemütszuständen seine Geschichte durchläuft.

Hoffnungslose Liebe

Er erlebt eine unglückliche Liebe zu einer Frau. Dies ist der Ausgangspunkt im ersten Satz von Berlioz’ Programm-Symphonie, die dramaturgisch unweigerlich und fesselnd ihrem Finale zutreibt.

Berlioz "Symphonie fantastique" trägt autobiographische Züge. Es war im September 1827, als der Komponist im Pariser Odéon-Theater die irische Schauspielerin Harriet Smithson Shakespeare spielen sah. Er war so fasziniert, dass er monatelang im Zustand des Deliriums in den Strassen umherirrte. Mit den Qualen einer Leidenschaft, die vollkommen aussichtslos erschien.

Instrumentales Musiktheater

Zwar versteht sich Berlioz' "Symphonie fantastique" als Instrumentalmusik. Sie bedient sich aber Elementen des Musiktheaters. Etwa wenn es um bildhaft-szenische Effekte geht. Instrumente treten aus dem Orchester heraus und sind "derriere la scène" postiert.

Berlioz gilt als der erste Komponist, der den Effekt einer "Musik hinter der Szene", wie er sich etwa in der Oper findet, in das Genre der Konzertmusik überträgt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts findet er damit Nachahmer. So beispielsweise Gustav Mahler, in dessen Symphonien Ferninstrumente bzw. Fernorchester eine wichtige Rolle spielen.


Die Sinfonie ist Teil des Eröffnungskonzerts des Schleswig-Holstein-Musikfestivals – live zu hören zur Eröffnung des ARD Radiofestivals am 14.07.2018 ab 20.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio.

Außerdem auf dem Programm: Schumanns Ouvertüre zu Genoveva und Elgars Cellokonzert mit Sol Gabetta. Dirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters ist Christoph Eschenbach. Im zweiten Konzertteil feiern Quadro Nuevo, das Goldmund Quartett und Quatuor Voce ein Kammermusiksommerfest im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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