Gregory Porter: "All rise"

Gregory Porter: "All rise"

Die CD der Woche

Johannes Kloth  

Fast zehn Jahre sind seit der Veröffentlichung seines ersten eigenen Albums "Water", welches dem Jazzmusiker und Komponisten Gregory Porter eine Grammy-Nominierung einbrachte, vergangen. Es folgten weitere Produktionen, Auszeichnungen und Preise für den in Kalifornien geborenen Porter. Jetzt geht seine brandneue CD "All rise" an den Start. Johannes Kloth hat sich das Album schon angehört.

Sendung: Sonntag 30.08.2020 15.20 Uhr

Das Album beginnt knallig, mit fetten Bläsern und satten Bässen - als ob die titelgebende "Concorde" direkt zu Beginn die Schallmauer durchbräche.

Gregory Porter (Foto: Amy Sioux/Pressefoto)

Gregory Porter ist zurück, vier Jahre nach seinem letzten Studioalbum "Take Me To The Alley" hat er neue Songs aufgenommen. Geschrieben hat er allesamt ganz intim alleine am Klavier. Für Umsetzung im Studio hat er dann aber großes Besteck aufgefahren: Neben seiner Band sind ein zehnköpfiger Chor und die Streicher des London Symphony Orchestra zu hören. Opulenter Overkill? Keine Spur! Die Arrangements sind passgenau und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt.

"All Rise" heißt das neue Alben, "Erheben Sie sich!", eine Formel, die vor Gericht zu hören ist, wenn der Richter den Raum betritt. Doch geht es, im Gegenteil, eben nicht um die Erhöhung einer einzelnen Person: "Musik richtet mich auf, sie erhebt mich", sagt er. "Und ich denke, so sollte es auch anderen Menschen ergehen. Genau darum geht es mir: Dass wir uns alle gemeinsam mit Musik erheben."

13 Songs hat Gregory Porter auf sein neues Album gepackt. In ihnen erzählt er von persönlichen Erlebnissen und Empfindungen. Er singt von der Liebe, platziert aber auch gesellschafts-politische Botschaften, etwa im Song "Merchants of Paradise", in dem er sich mit der Versklavung von Kindern aus Kriegsgebieten auseinandersetzt im bläserlastigen "Mister Holland", in dem er das Thema Rassismus aufgreift.

Die Musik changiert lässig zwischen Motown-Retro-Sound, Jazz und Pop, dabei immer präsent: Porters samtiger Bariton. Ja, der 48-Jährige macht "Wohlfühl-Jazz", aber was ist verkehrt daran? Corona-Blues haben wir genug in diesen Tagen. Dieses Album will uns aufrichten – mit der Kraft der Musik.

Gregory Porter (Foto: SR)

Infos zur CD:

Gregory Porter: "All rise"

Label: Blue Note
LC: 00133
Bestellnummer: 0861978
EAN: 00602508619786
VÖ: 28. August 2020


Ein Thema u. a. in der Sendung "Canapé" vom 30.08.2020 auf SR 2 KulturRadio.


Die CD der Woche

Jeden Sonntag stellen wir Ihnen um 15.20 Uhr im Kulturmagazin "Canapé" die "CD der Woche" vor.

Redaktion: Gabi Szarvas

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