Augustin Hadelich (Foto: Rosalie O'Connor)

Augustin Hadelich: Brahms & Ligeti

Der CD-Tipp der Woche in Canapé

Von Gabi Szarvas  

Sendung: Sonntag 05.05.2019 15.20 Uhr

"Brahms aufzunehmen war schon immer mein Traum"
Audio [SR 2, Gabi Szarvas, 06.05.2019, Länge: 11:53 Min.]
"Brahms aufzunehmen war schon immer mein Traum"

Ob Bach und Schnittke, Mendelssohn und Bartók oder wie auf seiner neuen CD Brahms und Ligeti. Der Geiger Augustin Hadelich liebt ungewöhnliche Kombinationen - und überrascht damit gerne sein Publikum.

"Ja, auf diese Weise wird mir nie langweilig, und ich genieße immer sehr das Stück, was ich gerade spiele. In dieser Woche Britten-Konzert, auf der academy Tour dann Bach und Schnittke, und auf der CD Brahms Ligeti. Das ist auch ein Riesen-Kontrast, fast frech, die so zusammenzustellen. Aber andererseits haben die beiden Stücke dann doch mehr gemeinsam, als man im ersten Moment vermuten könnte."

Beide haben sich für die ungarische Folklore begeistert, Anklänge an die Renaissance verarbeitet, und Geige und Orchester mehr ineinander verflochten als typische Virtuosenkonzerte zu schreiben.

"Brahms aufzunehmen war schon immer mein Traum, das ist natürlich eines der ganz großen und wichtigen Stücke für jeden Geiger, ich liebe das Konzert sehr. Ligeti habe ich etwas später angefangen, als ich Student war, so mit 20 .Das liegt mir aber auch sehr am Herzen, ich finde das Stück sehr aufregend. Die Kombination, auf die bin ich etwas später gekommen. Es hat natürlich auch einen praktischen Aspekt, wenn ich nach dem Konzert CDs verkaufe, dass der Name Ligeti nicht unbedingt die Käufer lockt, aber einige Leute die CD wegen Brahms dann trotzdem kaufen, und auf diese Weise zum ersten Mal Ligeti kennenlernen."

Augustin Hadelich, aufgewachsen zwischen Olivenbäumen und Weinreben in der Toskana, inzwischen im pulsierenden New York zu Hause, schwört auf Ligetis Wirkung. Vor allem auch wegen der besonderen Instrumentierung. Lotusflöten und Okarinas hat Ligeti besetzt und verlangt die so genannte Skordatura, also das Umstimmen der Saiten.

"Ja, das ist ein Aspekt, der in der Konzertsituation noch mehr in Erscheinung tritt, das ist sehr aufregend, das im Konzert zu erleben, weil da eben so viel los ist, weil da so ein großer Schlagzeugapparat am Werk ist. Natürlich, auf einer CD kommt es nicht ganz so raus, aber dieser Farbenreichtum in der Instrumentierung ist erstaunlich. Da kann man auch schön sehen, wie sehr sich die Instrumentierung in diesen 120 Jahren verändert hat zwischen Brahms und Ligeti."

Seiner neuen CD hat Augustin Hadelich viel Persönliches mitgeben. Eine eigene Kadenz für das Brahms-Konzert, selbst geschriebene booklet-Texte und das bunte Cover mit dem Deutsch-Amerikaner als Comic-Zeichnung.

"Ich konnte irgendwie kein Foto für das Cover finden, wo ich das Gefühl hatte, dass das passt. Ich wollte auch ein Cover, das nicht dunkel ist, oder den Eindruck vermittelt, dass diese Musik schwierig ist, sondern es soll vermitteln, dass sie farbenreich und fantasievoll ist. Das war ein Zeichner, der hat vor zehn Jahren eine Zeichnung von mir gemacht für das New Yorker Magazine, die hatte mir damals gut gefallen und dann habe ich den angeschrieben. Und was mir gut daran gefällt, sind die verschiedenen geometrischen Formen und Wellen und Blitze, die da alle aus der Geige rausfließen, und die die farbenreiche Musik symbolisieren sollen."

Das ausführliche Gespräch mit Augustin Hadelich senden wir am Montag, den 6. Mai ab 11.20 Uhr auf SR 2 KulturRadio.

Augustin Hadelich - Brahms & Ligeti Violinkonzerte (Foto: Musikverlag)

Augustin Hadelich: Brahms & Ligeti

Johannes Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77
György Ligeti: Violinkonzert

Norwegian Radio Orchestra
Miguel Harth-Bedoya

Label: Warner Classics
Bestellnummer: 9029551045


Konzert bei den Musikfestspielen Saar:

Freitag, 10. Mai 2019, 19.00 Uhr
Theater am Ring Saarlouis

Julia Fischer, Violine
Augustin Hadelich, Violine

Academy of St Martin in the Fields

Das Konzert ist ausverkauft! Wir verlosen am Montag, 6. Mai gegen 11.30 Uhr zwei exklusive Tickets auf SR 2 KulturRadio!

Auf dem Programm:

Andrey Rubtsov - Chamber Symphony
Johann Sebastian Bach - Konzert für 2 Violinen, Streicher und Basso continuo d-Moll BWV 1043
Antonin Dvořák - Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22
Alfred Schnittke - Concerto grosso Nr. 1 für 2 Violinen, Cembalo und Streichorchester

Mehr Infos auch auf:
http://augustinhadelich.com/

Ein Thema in der Sendung "Canapé" am 05.05.2019 auf SR 2 KulturRadio.


Der CD-Tipp der Woche in Canapé

Jeden Sonntag stellen Ihnen unsere Moderatoren um 15.20 Uhr im Kulturmagazin "Canapé" den SR 2 KulturRadio CD-Tipp der Woche vor.

Redaktion: Gabi Szarvas

Artikel mit anderen teilen