Ana de la Vega (Foto: Neda Navaee)

Ana de la Vega: Flötenkonzerte von Mozart und Myslivecek

Der CD-Tipp der Woche in Canapé

Von Gabi Szarvas  

Sendung: Sonntag 27.01.2019 ca. 15.20 Uhr

Ihre Lebensgeschichte liest sich fast wie im Märchen. Aufgewachsen ist Ana de la Vega auf einer australischen Farm in New South Wales. In Bächen schwimmen, surfen und Reiten waren ihre Hobbys, Musik spielte bis dahin keine Rolle in ihrem Leben. Mit sieben sollte sich das auf einen Schlag ändern - Jean-Pierre Rampal war die Initialzündung.

"Eines Tages hörte ich rein zufällig das Flöten-Harfen-Konzert von Mozart und habe mich unglaublich in diese Musik verliebt. Von da an war es meine Mission, Flötistin zu werden. Ich kann kaum glauben, dass mein Traum wahr geworden ist. Heute, wenige Jahre später, bin ich hier in Deutschland. Ich lebe meinen Traum, all das, was ich mir zu Hause auf unserer Farm ausgemalt habe."

Mit ihrer bedingungslosen Leidenschaft und einem starken Willen überzeugte Ana de la Vega als siebenjähriges Mädchen ihre Eltern, sie bekam ihre erste Querflöte, wurde wöchentlich viele Kilometer von ihrer Farm entfernt zum Unterricht gefahren. Nach dem Studium in Sydney packte sie ihre Koffer, um nach Paris zu fahren - mit dem Ziel Konservatorium. Ohne Unterkunft, ohne Rückflugticket - eine mutige Entscheidung.

"Ja, das stimmt, ich glaube, wenn wir jünger sind, tun wir viele Dinge, ohne wirklich drüber nachzudenken. Ich brauchte natürlich Mut, es gab viele Momente auf meinem Weg, die nicht einfach waren, aber ich wusste, wofür ich das alles tue. ich wollte unbedingt Flötistin werden! Und ich habe fest an die französische Flötenschule geglaubt! Ich musste diesem Sound auf die Spur gekommen, den ich gehört hatte. Deshalb habe ich mein One Way Ticket gebucht, landete in Paris, und habe irgendwie meinen Weg gemacht."

Als die Familienplanung anstand, rückte die tiefe Liebe zum Musikerberuf aus rein pragmatischen Gründen dennoch zumindest zeitweise in den Hintergrund. Ana de la Vega schulte zur Managerin um, eine Vernunftentscheidung. Aber das Schicksal hatte andere Pläne.

"Meine CD, die ich mit dem English Chamber Orchestra aufgenommen habe, mit Mozart und Myslivecek, haben sehr viele Menschen gehört, geliebt und bewundert - sie hat tatsächlich Aufsehen erregt, so sehr, dass ich jetzt wieder ganz zurück bin in der Musik! Es ist ein absoluter Traum, und ich bin unglaublich froh über das, was passiert ist."

Ana de la Vega, Mozart & Myslivecek, Flötenkonzerte (Foto: Musikverlag)

Eine Rarität, das Flötenkonzert von Myslivecek, kombiniert Ana de la Vega mit zwei Flötenkonzerten Mozarts und schließt damit auch den Kreis zu ihrer Kindheit und der Initialzündung für ihr Leben als Flötistin. Mozart ist für sie das non plus ultra des Repertoires.

"Ja, absolut! Es ist die größte Herausforderung für jeden Instrumentalisten, weil es so perfekt ist, so unfassbar schön, und man spürt eine solche Verpflichtung, dem gerecht zu werden. Musik dieser Zeit ist für mich das größte Vergnügen, aber auch die größte Challenge, aber natürlich ganz besonders Mozart."

Eine Herausforderung, die Ana de la Vega auf ihrer Debüt-CD mit dem English Chamber Orchestra mit Flöten-Konzerten von Myslivecek und Mozart herausragend meistert. Technisch brillant und musikalisch aufregend.

Infos zur CD:

Ana de la Vega: Flötenkonzerte von Mozart und Myslivecek

Ana de la Vega, Flöte
English Chamber Orchestra

Label: Pentatone
Bestellnummer: PTC 5186 723

Mehr Infos auf: 
http://www.anadelavega.com/


Der CD-Tipp der Woche in Canapé

Jeden Sonntag stellen Ihnen unsere Moderatoren um 15.20 Uhr im Kulturmagazin "Canapé" den SR 2 KulturRadio CD-Tipp der Woche vor.

Redaktion: Gabi Szarvas

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