Arnold Krug: String Sextet - Piano Quartet, Linos Ensemble (Foto: Deutschlandfunk)

Linos Ensemble: Kammermusik von Arnold Krug

Der CD-Tipp der Woche in Canapé

Von Gabi Szarvas  

Sendung: Sonntag 03.06.2018 ca. 15.20 Uhr

Arnold Krug (1849-1904):
Klavierquartett op. 16
& Streichsextett op. 68

Linos Ensemble:
Konstanze Eickhorst, Klavier
Winfried Rademacher & Sidsel Garm-Nielsen, Violine
Matthias Buchholz & Christoph Sander, Viola
Mario Blaumer, Violoncello
Jörg Linowitzki, Kontrabass

Label: cpo in Koproduktion mit DeutschlandRadio Kultur
Bestellnummer: 555030-2

Gerade haben sie ihren 40. Ensemble-Geburtstag gefeiert, mit einem Konzert der Jubiläumstournee auch hier in Saarbrücken. Denn das Linos-Ensemble hatte schon immer einen saarländischen Kern. Heute noch mit dabei sind zwei DRP-Musiker: Klarinettist Rainer Müller van Recum und Cellist Mario Blaumer. Besetzungstechnisch sind die Linosse sehr flexibel, vom Trio bis zur Zehnerbesetzung ist alles möglich. Und damit auch Werke von der Klassik bis in unsere Zeit.

Besonders gerne werden Repertoire-Schätze gehoben und erstmals auf CD eingespielt, wie aktuell Kammermusik vom Brahms-Zeitgenossen Arnold Krug. Mario Blaumer: "Man kann natürlich sagen, Brahms war der Beste, der in diesem Stil in seiner Zeit.geschrieben hat.... ich finde das schönste romantische Welt, absolut aufführenswert." Ein Streichsextett und ein Klavierquartett von Arnold Krug, seinerzeit in Hamburg Leiter einer Singakademie, herausragender Pianist und Pädagoge, haben Mario Blaumer und seine Linos-Kollegen mit Hilfe des Labels cpo und umtriebiger Musikwissenschaftler zu Tage gefördert und erstmals einstudiert. Für die Musiker ist es jedes Mal ein Abenteuer, solche unbekannten Klangwelten zu erforschen. Mario Blaumer: "Erstmal geht das natürlich sofort, dass man so etwas spielen kann.... ich finde das immer sehr spannend."

Die beiden ausgewählten Krug-Werke stammen aus unterschiedlichen Lebensphasen des Hamburger Romantikers. Das Klavierquartett ist ein frühes Werk, von einem Italienurlaub und dem römischen Karneval inspiriert. Das Sextett ist Jahrzehnte später entstanden, für einen Wettbewerb, der neue, ziemlich exotische Instrumente wie Cellone und Violotta, von der Klangfarbe zwischen Bratsche und Cello sowie Cello und Kontrabass, bekannt machen sollte. Mario Blaumer: "Das heißt, man spielt ein Streichsextett, in dem die untere Stimme tiefer ist als sonst... dass der Bass das falsche Instrument wäre." Eine Repertoire-Neu-Entdeckung also in einer aparten Besetzung, die Mario Blaumer gleich für die DRP-Ensemblekonzerte angemeldet hat. Und auch die CD-Aufnahme mit diesen bislang unentdeckten Werken von Arnold Krug für cpo habe sich gelohnt, sagt der DRP-Solocellist und Linos-Ensemble-Musiker. Mario Blaumer: "Es ist sehr dankbar für alle, es ist also nicht eine Begleitcombo.... hier ist das ein bisschen weiter gefächert, und das ist eigentlich sehr gut."

Mehr dazu auch im Netz unter:
https://www.linos-ensemble.de/


Der CD-Tipp der Woche in Canapé

Jeden Sonntag stellen Ihnen unsere Moderatoren um 15.20 Uhr im Kulturmagazin "Canapé" den SR 2 KulturRadio CD-Tipp der Woche vor.

Redaktion: Gabi Szarvas

Artikel mit anderen teilen