Demonstranten haben einen Laternenmast und eine Reklametafel erklommen und schwenken oben die ägyptische Flagge (Foto: picture alliance/ZB/Matthias Tödt)

Ägypten unter Al-Sisi

Ein Feature über die zerschlagene Revoultion

Von Martin Durm  

Sendung: Samstag 24.10.2020 17.04 bis 18.00 Uhr

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Kairo – bald zehn Jahre nach dem Arabischen Frühling. Von den Träumen der demonstrierenden Menschen auf dem Tahrir-Platzes ist nichts übrig geblieben. Viele von denen, die 2011 für ein freies, besseres Leben kämpften, haben resigniert. Oder sie sind geflüchtet. Oder sie sitzen in den Gefängniszellen des Militärregimes.

Internationale Beobachter gehen von mehr als 60.000 politischen Gefangenen aus. Unter Machthaber Abdel Fatah al-Sisi werden nicht nur Moslembrüder gejagt, sondern auch liberale Politiker, Blogger, Journalisten, NGO-Mitarbeiter.

Die Repression hat in den vergangenen drei Jahren derart brutale Ausmaße angenommen, dass etliche Regimekritiker inzwischen dem früheren Machthaber Hosni Mubarak nachtrauern. Mubarak, sagen sie, habe ihnen wenigstens noch ein wenig Luft zum Atmen gelassen.

Al-Sisis diktatorischer Regierungsstil kommt derweil im Westen gut an. Weil er Dschihadisten bekämpft und Migranten den Weg nach Europa verwehrt, wird das Regime hofiert und hochgerüstet. 2019 war Ägypten der wichtigste Empfänger deutscher Rüstungsexporte außerhalb der EU.

Der Autor

Martin Durm (Foto: SWR)
Martin Durm (Foto: SWR)

Martin Durm (*1959) studierte in Freiburg Politikwissenschaft und Germanistik. Er ist Redakteur und Reporter des SWR und befasst sich als schwerpunktmäßig mit den Konflikten in der arabischen Welt. Für seine Features und Reportagen wurde er u. a. mit dem deutschen Radiopreis ausgezeichnet. Er war während des Arabischen Frühlings 2011 ARD-Reporter in Kairo.

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Verantwortliche Redakteure: Michael ThieserJochen Marmit

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