Saarstahl-Betriebsratsvorsitzender Stephan Ahr, Wirtschaftministerin Anke Rehlinger (SPD) und Saarstahl-Vorstandschef Tim Hartmann in der Sendung SAARTALK. (Foto: SR)

Gelder aus Berlin und Brüssel für Stahlindustrie gefordert

  07.11.2019 | 19:25 Uhr

Die Stahlunternehmen an der Saar müssen umgehend finanziell unterstützt werden. Das haben Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) und die Vertreter von Dillinger und Saarstahl im "SAARTALK" gefordert. Andernfalls drohe einer deutschen Schlüsselindustrie das Aus. 

Das Saarland sei vom Strukturwandel früher und härter betroffen, sagte Rehlinger. Deshalb müsse man wieder eine aktive Industriepolitik machen und die Unternehmen bei diesem Transformationsprozess unterstützen. „Ich glaube, wir haben in den letzten Jahren zu lange geglaubt, dass Wirtschaftswachstum von alleine kommt", so die Wirtschaftsministerin.

Video [aktueller bericht, 07.11.2019, Länge: 2:34 Min.]
SAARTALK: Die schwierige Zukunft des Stahls im Saarland

„Schlüsselindustrie für die deutsche Wirtschaft“

Um die energieintensive Stahlindustrie ökologisch so zu erneuern, dass sie den Stahl CO2-neutral produzieren kann, brauche man 30 Milliarden Euro, sagt Tim Hartmann, Vorstandschef von Dillinger und Saarstahl. Das klinge zwar nach viel Geld, sei es im Vergleich zur Förderung der Erneuerbaren Energien aber nicht: „Wir zahlen pro Jahr in Deutschland 25 Milliarden fürs EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Von daher würde ich die 30 Milliarden noch in den Kontext stellen wollen und sagen: Die sind für die Transformation von 85.000 Beschäftigten und den Erhalt einer kompletten Industrie, die eine Schlüsselindustrie für die deutsche Wirtschaft darstellt, meiner Meinung nach eine sehr sinnvolle Investition.“

Nicht nur von der Bunderegierung, auch von der EU müsse Hilfe für den Sektor kommen, sagt Stephan Ahr, Betriebsratsvorsitzender Saarstahl: „Wenn die Stahlindustrie systemrelevant ist, ähnlich wie Banken das sind, dann erwarten wir auch Unterstützung aus Berlin mit Förderprogrammen. Es muss auch aus der EU kommen, aus Brüssel kommen. Da gilt es auch an dieser Stelle, Fördertöpfe anzuzapfen, diese enorme Belastung darzustellen.“


Der komplette SAARTALK im Video

Stahlbranche im Umbruch – wie geht es weiter an der Saar?
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 07.11.2019, Länge: 43:48 Min.]
Stahlbranche im Umbruch – wie geht es weiter an der Saar?

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 07.11.2019 berichtet.

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