Das Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Homburg (Foto: Imago Images /Becker & Bredel)

Fraktionen beantragen U-Ausschuss

Mit Informationen von Katrin Aue   12.08.2019 | 22:05 Uhr

Die mutmaßlichen Missbrauchsfälle an der Uniklinik in Homburg haben jetzt vermutlich ein parlamentarisches Nachspiel. Die Fraktionen von CDU, SPD und Linke haben heute einen Untersuchungsausschuss angekündigt.

Untersuchungsausschuss zu Missbrauchsskandal angekündigt
Audio [SR 3, Katrin Aue, 12.08.2019, Länge: 00:43 Min.]
Untersuchungsausschuss zu Missbrauchsskandal angekündigt

Einerseits soll mehr über den verstorbenen Assistenzarzt herausgefunden werden, so CDU-Fraktions-Chef Alexander Funk. Der Mediziner steht im Verdacht, Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sexuell missbraucht zu haben. Der Untersuchungsausschuss soll sich nun mit seiner Ausbildung, Tätigkeit sowie seinem Tod beschäftigen. Andererseits sollen aber auch die Vorgänge an der Uniklinik sowie die Arbeit der Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden im Fokus der Parlamentarier stehen.

Die an der Regierung beteiligten Fraktionen CDU und SPD streben einen gemeinsamen Antrag mit der Linken an, die das Thema "U-Ausschuss" als erste auf den Tisch gebracht hatten. Der parlamentarische Geschäftsführer der Linksfraktion, Jochen Flackus, betonte, ihm sei allerdings wichtig, auch die politische Verantwortung für die "offensichtliche Vertuschung" der Vorgänge in Homburg mit zu untersuchen.

Eltern erst kürzlich informiert

Ende Juni war bekannt geworden, dass am Uniklinikum ein inzwischen verstorbener Assistenzarzt von 2010 bis 2014 mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll. Er soll medizinisch nicht notwendige Untersuchungen vorgenommen haben. Die Eltern wurden erst kürzlich darüber informiert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 12.08.2019 berichtet.

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