Aktuelle Entwicklungen beim LSVS (Foto: SR)

LSVS kämpft noch mit Altlasten

Stefan Hauch / Onlinefassung: Axel Wagner   08.11.2018 | 07:19 Uhr

Der Landessportverband Saar (LSVS) hat sich neu aufgestellt. Mit einem neuen Präsidium kämpft der Verband um einen Weg aus seiner Finanzkrise. Hinter den Kulissen geht es mit Trippelschritten weiter, aber offenbar zumindest in die richtige Richtung. Dennoch sind viele Altlasten noch nicht weggeräumt.

Die neue Führungsmannschaft mit Präsident Adrian Zöhler an der Spitze arbeitet Tag für Tag ihre Termine ab. In Zentrum dabei: das Geld. Etwas mehr als 15 Millionen Euro Kredit soll die SaarLB gewähren. Die Bank hat ein neues Gutachten verlangt. Das hat das Präsidium nun vorgelegt. Die Bank hat Zustimmung signalisiert.

„Innerhalb dieses Gutachtens sind jetzt noch kleine Hausaufgaben des LSVS notwendig, die wir in den nächsten vier Wochen erledigen werden“, so Zöhler. „Dann liegt das Gesamtgutachten vor. Im Idealfall könnte dann in diesem Jahr noch eine Zusage der Bank kommen. Aber wenn sie im Januar kommt, sind wir auch sehr zufrieden.“ In der Finanzplanung habe man Freiräume bis zum März 2019.

Verstoß gegen Satzung

Was der Präsident des Landessportverbandes optimistisch als „kleine Hausaufgaben“ bezeichnet, ist ein dicker Brocken und für die Kreditzusage entscheidend. Der Landessportverband hat über Jahrzehnte Mitarbeiter des Fußballverbandes und des Olympiastützpunktes bei der Zusatzversorgungskasse angemeldet. Die steht aber nur LSVS-Mitarbeitern offen - ein jahrzehntelanger Verstoß gegen die Satzung der Kasse.

Doch auch hier steht der Verband laut Zöhler kurz vor einem Abschluss der Gespräche. Wenn die Kasse auf Rückabwicklung bestünde und die Mitgliedschaft beenden würde, dann wäre das das Ende des LSVS. Rund 1,5 Millionen Euro stehen im Raum, im schlimmsten Fall geht es um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Sanierung unter Aufsicht

„Wer ein Worst-case-Szenario einer Pensionskasse kennt, da sind wir sehr schnell in einem ganz hohen Betrag. Das wollte aber niemand. Soweit wird es auch nicht kommen“, versichert Zöhler. Man sei hier auf einem guten Weg, das in einem satzungsgemäßen Rahmen abzuschließen.

Der Beirat der Kasse wird Ende des Monats entscheiden. Der Weg ist aufgezeigt, beide Seiten wollen eine, wie sie sagen, vernünftige Lösung. Seit Dienstag steht auch fest: Die Bank fordert eine externe Aufsicht für die Sanierung in den kommenden zwei Jahren. Ein sogenannter Chief Restructuring Officer (CRO) soll laut Zöhler die im Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen zur Eigensanierung des LSVS begleiten, um mögliche Fehler rechtzeitig erkennen und eingreifen zu können. Der jetzige Sanierer, Rechtsanwalt Michael Blank, wird also weiter bezahlt. Erfahrene Juristen schätzen, daß die LSVS-Affäre bisher rund drei Millionen Euro für Anwälte, Gutachter und Wirtschaftprüfer gekostet hat.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 7.11.2018 berichtet.

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