Geldsegen fürs Weltkulturerbe Völklinger Hütte

"New York und London werden uns beneiden"

Interview: Jochen Erdmenger / Dr. Ralf Beil   27.11.2020 | 14:45 Uhr

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte erhält in den kommenden Jahren zusätzlich rund 19,5 Millionen Euro Förderung vom Bund. Das hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen. Demnach sollen diese Mittel von 2021 bis 2025 fließen. Generaldirektor Dr. Ralf Beil sagte, mit der Gesamtsumme könne jetzt der Bauunterhalt getätigt werden.

Der Zuschuss für das Weltkulturerbe steigt damit von bisher zehn Millionen Euro auf fast 30 Millionen Euro. Hinzu kommen, so Beil, weitere Mittel von EU und Land. Das Saarland habe zudem für die nächsten zwei Jahre noch 1,8 Millionen Euro Sondermittel bereit gestellt.

Geld nur für neue Bauprojekte reserviert

Mit den Bundesmitteln könnten allerdings nur Investitionen getätigt werden. Es handele sich ausschließlich um die Förderung von Baumaßnahmen des Denkmalbaubüros. Es könne also etwas Neues geschaffen werden, Reparaturen seien nicht möglich. Für Betrieb und Projekte wie Festivals und Ausstellungen bedeute das keinen einzigen Cent mehr.

Es gibt, so Beil, drei komplett getrennte Kassen. Die eine sei nun gut gefüllt, bei den beiden anderen werde noch am rechten Maß gearbeitet.

Faszinierender Schauplatz für Festivals

Bislang sei nur die horizontale Ebene der Gichtbühne, auf der die Besucher wandeln können, saniert worden. Nun solle die vertikalen Erstsicherung der sechs Hochöfen erfolgen sowie der spektakulären Trockengasreinigung und das Kraftwerk eins saniert werden.

Das Tolle sei, dass gleichzeitig Denkmalbau, künstlerische und touristische Belange zusammenwirkten. Denn wenn da einmal Dach, Wände und Boden gesichert seien, sei das eine Winterbauhalle. Da könne viel Geld für die Hochofensanierung gespart werden.

Weltweit einzige Naturbühne

Zugleich könne die Halle im Sommer als faszinierender Schauplatz für Festivals, Konzerte und Kunstinstallationen genutzt werden. In dieser Halle sei ganz hinten eine Naturbühne, ein im Inneren bereits gewachsenes Wäldchen. "Wenn wir das erhalten können, dann ist das weltweit wirklich einzigartig. Um diese neue Halle werden uns New York und London wahrscheinlich beneiden."

Derzeit arbeitet das Team des Welterbes an der Ausstellung des kommenden Jahres. Unter anderem werde es auch einen neuen Paradiesweg geben. Saarstahl habe signalisiert, dass dieser Paradiesweg auf Saarstahlgelände angelegt werden könne.

Auch Thema im "‘Der Nachmittag" von SR 2 KulturRadio am 27.11.2020.

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