"Corona hat gezeigt, dass wir alle global verbunden sind"

"Corona hat gezeigt, dass wir alle global verbunden sind"

Interview: Holger Büchner / Chrisitna Margenfeld   27.11.2020 | 13:00 Uhr

"Kindern Zukunft schenken", heißt das diesjährige Motto der Aktion "Brot für die Welt". Covid19 hat in vielen Ländern mehr bewirkt als nur eine Gesundheitskrise. Viele Familien und damit auch die Kinder verarmen noch mehr. Kinder sind aber besonders schutzlos. Viele können keine Schule besuchen. Es gibt also keine Bildung mehr für sie. Vielerrorts gab es auch keine Schulspeisungen mehr, was zu weiterer Mangelernährung führte.

Die Deutschen erweisen sich in Corona-Zeiten sehr spendenfreudig. Von Januar bis September wurden rund 3,3 Milliarden Euro gespendet, das zweitbeste Ergebnis seit Erhebungsbeginn 2005. Im Vorjahresvergleich war das ein Anstieg um 1,6 Prozent. Unter diesem Vorzeichen beginnt am Sonntag die Aktion der evangelischen Kirche "Brot für die Welt".

Familien bricht das Einkommen weg

Nach Ansicht von Christina Margenfeld von "Brot für die Welt" wissen auch in Deutschland viele Menschen, dass Corona gerade diejenien trifft, die keine soziale Absicherung haben. Weltweit haben durch den Lockdown Millionen Familien ihr Einkommen verloren und haben oft keine Rücklagen. Nach Schätzungen der UNO sind Kinder besonders betroffen. Demnach werden weltweit 66 Millionen weitere Kinder in extremer Armut geraten. Eine dramatische Folge sei, dass die Kinderarbeit wieder zunehme. Wegen des Lockdons müssten Kinder nämlich wieder verstärkt mitarbeiten, damit ihre Eltern überhaupt ein Einkommen hätten.

"Brot für die Welt" arbeitet vor Ort mit Partnerorganisationen in über 90 Ländern zusammen. Diese führen, so Margenfeld, in der Corona-Pandemie Hilfsprogramme ein. Unter anderem gebe es auch Aufklärungsprogramme über Radios, Spots über Hygieneschulungen; außerdem gebe es Lebensmittelpakete, wenn Schulmahlzeiten ausfallen, weil die Schulen geschlossen sind.

Unterstützung für den Schulbesuch

Auf den Philippinen oder auch in Sierra Leone arbeite "Brot für die Welt" mit Familien zusammen und unterstütze Eltern, damit sie ihre Kinder wieder in die Schule schicken können. Das laufe so, dass die Partner die Kosten für Schulmaterialien übernehmen oder Förderunterricht organisieren, so dass die Kinder lernen können, anstatt zu arbeiten. "Wir unterstützen Familien auch bei der Gründung von Kleinstunternehmen. Auch das ist wichtig, weil nur so können Familien langfristig eben ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften und sind nicht von Tageslohn abhängig."

Auch Thema in der Sendung "Der Morgen" von SR 2 KulturRadio am 27.11.2020

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