Saarländisches Staatstheater (Foto: dpa/Katja Sponholz)

Untreueverdacht am Staatstheater

Thomas Gerber   12.07.2019 | 08:02 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt gegen Verantwortliche des Saarländischen Staatstheaters. Nach SR-Informationen geht es um den Verdacht der Untreue und einen mutmaßlichen Schaden von etwa 200.000 Euro. Der soll in Werkstätten und im Materiallager des Theaters entstanden sein.

Auslöser der Ermittlungen war ein Brandbrief eines ehemaligen Mitarbeiters. Der 53-jährige Ingenieur hatte sich im vergangenen Herbst  – kurz nachdem sein Zweijahresvertrag nicht verlängert worden war – unter anderem an den Landesrechnungshof gewandt.

Video [aktueller bericht, 12.07.2019, Länge: 2:52 Min.]
Untreueverdacht: Ermittlungen gegen Verantwortliche des SST

In dem Schreiben mit umfangreichen Bestandslisten aus Fundus und Lager war von einer riesigen Materiallücke die Rede. Stoffe, Vorhänge, Tanzteppiche und weiteres Material im Gesamtwert von 200.000 Euro seien bei einer Inventur nicht mehr auffindbar gewesen. Im Klartext: Es bestehe der Verdacht, dass Dinge, darunter auch zwei Propangasflaschen, möglicherweise privat abgezweigt worden waren. Der Aufsichtsrat des Staatstheaters, der ebenfalls den Brandbrief erhalten hatte, ließ die Sache untersuchen.

Theaterdonner? Untreue hinter den Kulissen
Audio [SR 3, (c) SR/Thomas Gerber, 12.07.2019, Länge: 03:08 Min.]
Theaterdonner? Untreue hinter den Kulissen
Die Staatsanwaltschaft hat dem SR bestätigt, dass die Sache ein Aktenzeichen hat, dass also ermittelt wird. SR-Reporter Thomas Gerber hat nachgefragt.

Fehlendes Material wohl im Haupthaus

Untreueverdacht im Staatstheater
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 12.07.2019, Länge: 01:02 Min.]
Untreueverdacht im Staatstheater

Laut Kultusministerium ist an den Vorwürfen nichts dran. Das angeblich fehlende Material sei nie verschwunden gewesen, sondern habe sich im Haupthaus befunden. Deshalb sei es auch nicht in der Inventur des Ex-Mitarbeiters aufgetaucht, da der lediglich den Bestand in den Theaterwerkstätten in der Heinrich-Böcking-Straße erfasst habe. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sehen Theaterleute und Ministerium inzwischen denn auch relativ gelassen entgegen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 12.07.2019 berichtet.

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