Besucher auf der CeBIT Computermesse (Foto: Pressefoto/Deutsche Messe)

Saar-Unternehmer präsentieren sich auf CeBIT

mit Informationen von Karin Mayer   11.06.2018 | 20:26 Uhr

Auf der Computer- und Digitalmesse CeBIT in Hannover ist auch das Saarland vertreten. Über 25 Forschungsprojekte, Startups und Firmen nehmen teil. Zu den Messehighlights gehört das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

"Große Unternehmen ins Saarland holen"
Audio [SR 2, Karin Mayer / Interview mit Wolfgang-August Scheer, 11.06.2018, Länge: 05:13 Min.]
"Große Unternehmen ins Saarland holen"

Am Gemeinschaftsstand in Messehalle 17 präsentieren sich neun Unternehmen aus dem Saarland, unter anderen KÜS Data und die Scheer GmbH. Als Einzelaussteller mit einem eigenen Forschungsstand sind das Deutsche Forschungszentrum (DFKI), das Center for IT-Security (CISPA), SemVox und die MONDATA GmbH auf der CeBIT dabei.

Die Universität des Saarlandes hat traditionell ihren eigenen Forschungsstand, auf dem verschiedene Aussteller ihre Innovationen zeigen. Dort können Besucher unter anderem einen Laufassistenten ausprobieren, der für die richtige Bewegung sorgt, oder sich beim Start-up "Infit" über einen molekularen Fitness-Test informieren, in dessen Genuss bisher nur Spitzensportler kommen.

Video [aktueller bericht, 12.06.2018, Länge 4:01 Min.]
Saarland auf der CeBit vertreten

Neues Messekonzept

"Aus dem Saarland fehlen die großen Einzelaussteller"
Audio [SR 2, Studiogespräch: Roland Kunz / Karin Mayer, 11.06.2018, Länge: 03:37 Min.]
"Aus dem Saarland fehlen die großen Einzelaussteller"

Die CeBIT in Hannover präsentiert sich in diesem Jahr mit einem neuen Konzept. Den Besuchern soll eine Mischung aus Messe, Konferenz und Networking geboten werden. Die Messe gliedert sich in vier Plattformen: "d!conomy", "d!tec", "d!talk" und "d!campus". Die vier Elemente sollen auf dem Messegelände Technologie mit Emotionen, Geschäftsanbahnung mit Spaß und Business mit Festival verbinden.

Insgesamt rechnen die Veranstalter mit 2500 bis 2800 Ausstellern aus 70 Ländern. Im Mittelpunkt der Digitalisierungsmesse sollen große Themen wie künstliche Intelligenz, humanoide Roboter und autonomes Fahren stehen.


Innovationen aus dem Saarland


Basteln und Programmieren für Grundschüler

Die Kinder der Zukunft brauchen Informatik-Kenntnisse, um später in der Berufswelt zu bestehen. Das ist die These hinter der Entwicklung des Start-ups "Fold-IO". In seinem Produkt kombiniert das Unternehmen Bastelbögen und Minicomputer.


Digitaler Assistent fürs Laufen

Auf das Knie wirken immense Kräfte, wenn Jogger zuerst mit der Ferse aufkommen. Das kann zu Knieverletzungen führen. Die Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und von Bildung Digital (FoBiD) haben sich diesem Problem angenommen und einen Laufassistenten entwickelt, der für die richtige Bewegung sorgen soll.


Molekularer Fitness-Test

Fitness-Tracker sind "in" – ein Drittel der Deutschen hat mittlerweile ein solches Gerät. Das Saarbrücker Start-up "InFit" hat diesen Trend weiterentwickelt. Die Saarländer haben einen molekularen Fitnesstest entwickelt, mit Hilfe dessen in Zukunf jeder Sportler noch bessere Auskunft über die eigene Fitness erhält. In Ergänzung zum Test bietet die passende App Vorschläge für Trainingspläne.


"Autogram" findet Sicherheitslücken

Um ein ungesichertes Auto zu finden, reicht es oft, auf einem Parkplatz mehrere Autotüren zu testen. Ähnlich gehen Cyberkriminelle vor, wenn sie an ein Programm wahllos Eingaben aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen senden, um so eine Sicherheitslücke zu finden. Um ihnen zuvorzukommen, haben Informatiker des CISPA Helmholtz-Zentrums i.G. das Programm "Autogram" entwickelt. Es ermöglicht, eigene Sicherheitslücken im System zu finden.


Echtzeit-Bewegungsprofil

Motion Capturing-Systeme sind vor allem aus der Filmindustrie bekannt. Sie übertragen Bewegungsprofile der Schauspieler auf virtuelle Figuren. Diese Methode könnte aber auch in Medizin, Sport oder Rehabilitation eingesetzt werden. Dafür muss sie mobil, einfach handhabbar und energieeffizient sein. Das BodyAtTrack-System des DFKI ermöglicht eine einfache Integration in Kleidung oder Geräte.

Auf der CeBit präsentiert das DFKI eine Bandage mit integrierten Sensoren, die Bewegungen des Knies aufzeichnen und analysieren. Das so erstellte Bewegungsprofil des Gelenks wird direkt gespeichert, ist in Echtzeit abrufbar und kann online zum Beispiel an den behandelnden Arzt geschickt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.06.2018 berichtet.

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