Banner mit dem Logo der Linkspartei (Foto: picture alliance/Lukas Schulze/dpa)

Linke diskutiert Sammlungsbewegung

Uli Hauck/Onlinefassung: Kai Forst   08.06.2018 | 07:00 Uhr

Die Linkspartei trifft sich ab heute zu ihrem Bundesparteitag in Leipzig. Neben Vorstandswahlen steht auch die Debatte um eine von Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht propagierte linke Sammlungsbewegung auf der Agenda. Bei der Bundesspitze kommt das überhaupt nicht gut an. 18 Delegierte reisen aus dem Saarland nach Leipzig.

Zumindest die saarländische Landtagsfraktion stützt mehrheitlich den Kurs von Saar-Fraktionschef Lafontaine und Bundesfraktionschefin Sahra Wagenknecht, eine linke Sammlungsbewegung zu gründen. Eine solche Bewegung solle Menschen zusammenführen, die ein sozialeres und gerechteres Land und eine neue Friedenspolitik wollten. Die Mehrheit in Deutschland wünsche sich mehr sozialen Ausgleich, höhere Löhne, bessere Renten und Investitionen in die Zukunft statt Aufrüstung, verteidigte die 48-Jährige ihre Vorstellungen.

Widerstand gegen Sammlungsbewegung

"Wir müssen heute 'links' etwas anders begreifen"
Audio [SR 2, Jochen Marmit, 08.06.2018, Länge: 05:13 Min.]
"Wir müssen heute 'links' etwas anders begreifen"

Doch in der eigenen Partei gibt es viel Gegenwind. Zu Beginn des Jahres zeigte sich bereits Heinz Bierbaum, Mitglied im Bundesvorstand der Linken und ehemaliger stellvertretender Parteivorsitzender, skeptisch. Jüngst distanzierte sich auch Ex-Fraktionschef Gregor Gysi von der Idee. Der Landesvorstand hat vor dem Parteitag noch keinen entsprechenden Beschluss gefasst. Die Parteiführung um Katja Kipping und Bernd Riexinger lehnt die Idee einer linken Sammlungsbewegung allerdings auch ab. Sie befürchten, dass sich die Linkspartei damit überflüssig machen würde. Beide Parteichefs, Kipping und Riexinger, stellen sich beim Bundesparteitag zur Wiederwahl. Gegenkandidaten gibt es bislang keine.

Lander kandidiert als Beisitzer des Bundesvorstandes

Aus dem Saarland wird es auf dem Leipziger Parteitag keine eigenen Anträge geben. Allerdings möchte der Landtagsabgeordnete Dennis Lander als Beisitzer in den Bundesvorstand. Da es mehr Bewerber als Plätze gibt, könnte das aber schwierig werden. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Bierbaum wird nicht mehr antreten.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3 Rundschau vom 08.06.2018 berichtet.

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