Wanderer genießen die Aussicht auf dem Felsenwanderweg (Foto: SR)

Wanderwege: Schön, aber aufwendig

mit Informationen von Martin Honnigfort   13.09.2018 | 18:50 Uhr

Die Premiumwanderwege im Saarland sind das Aushängeschild des Tourismus. Doch die Pflege und Instandhaltung ist aufwendig und teuer, denn einige der Wege sind stark in die Jahre gekommen.

Friedwalt Weber ist Geologe und Gutachter. Er arbeitet unter anderem im Auftrag von Gemeinden und prüft, ob die offiziellen Wanderwege auch den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entsprechen - zum Beispiel die so genannte „Himmelsleiter“ in der Nähe des Premium-Wanderweges "Litermont-Gipfeltour“ in der Gemeinde Nalbach. 2007 noch zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt, haben die vergangenen zehn Jahre Spuren hinterlassen. Die Treppe ist morsch und für Wanderer gesperrt.

Trittsteine statt Brücke

Für den Gutachter ein typisches Beispiel für die Schwachstellen auf verschiedenen saarländischen Wanderwegen. Vor allem, wenn Wege mit vielen kleinen Brücken, Stegen, Befestigungsseilen oder Geländer ausgestattet sind, bedeutet das einen hohen Pflegeaufwand. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums sind die Städte und Gemeinden für die Instandhaltung der Wege verantwortlich. "Das ist Teil der kommunalen Selbstverwaltung", sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Kerkhoff.

In Nalbach will man nun die Reparaturen angehen. An Bachläufen oder feuchten Stellen sollen etwa anstelle der Brücke Trittsteine gelegt werden, erklärt Bürgermeister Peter Lehnert. „Die Himmelsleiter, die ja immer zur Diskussion steht, aber nie Teil der Gipfeltour war, werden wir ersetzen und verkleinern.“ Heute könne man so ein aufwendiges Bauwerk nicht mehr unterhalten. Es scheitere am TÜV und technischen Vorschriften.

Video [Wir im Saarland - Das Magazin, 13.09.2018, Länge: 5:09 Min.]
Zurück zur Natur – Teure Wanderwege belasten Gemeindekassen

Probleme gibt es auch in Losheim-Waldhölzbach. Hier hat die Gemeinde einen „Barfuß-Wanderweg“ eingerichtet. Mit der Zeit aber haben sich akute Sicherheitsmängel an Holzkonstruktionen eingestellt. Die Gemeinde will sanieren und sogar neue Stationen einbauen, um den Weg attraktiver zu machen. Doch die Haushaltsmittel sind knapp. Nun sollen Zuschüsse von der EU eingeworben werden. Insgesamt gibt die Gemeinde Losheim nach eigener Angabe allein 100.000 Euro jährlich an Personalkosten für die Instandhaltung aus. Noch sei das aber zu stemmen, so Bürgermeister Lothar Christ, weil man sich als Tourismus-Gemeinde darauf spezialisiert habe.

Balken durchgebrochen

Dass für die Gemeinden die Instandhaltung hingegen nicht immer einfach ist, zeigt sich am Beispiel der Mühlenbach-Schluchtentour in Saarwellingen. Seit knapp einem halben Jahr ist der Wanderweg bereits wegen Erdrutschgefahr gesperrt. Gutachter Weber hat, wie auch in Nalbach, den Weg genauer untersucht. Ergebnis: Einer der beiden tragenden Brücken-Balken ist durchgebrochen. Für Weber ist klar: Einen Wanderweg anzulegen ist einfach. Ihn in Stand zu halten, ist indes häufig schwierig und teuer.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Wir im Saarland - Das Magazin" am 13.9.2018 berichtet.

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