Essen beim Fest (Foto: PLAN-events)

Hygiene bei Dorf- und Vereinsfesten: Was ich als Ehrenamtlicher wissen muss?

Yvonne Schleinhege   18.04.2018 | 10:30 Uhr

Wenn der Frühling kommt, dann beginnt im Saarland auch wieder die Hochsaison der kleineren Dorf- und Vereinsfeste. Auf dem Dorfplatz werden Bänke rausgestellt, es gibt Bratwüste und Getränke. Was man wissen muss, wenn man so ein Fest organisiert oder sich ehrenamtlich dabei engagiert - das ist das Thema im SR 3-Verbrauchertipp.

Regelmäßig über das Jahr verteilt kontrollieren die zuständigen Lebensmittelkontrolleure vom Landesamt für Verbraucherschutz Feststände auf Stadt-, Dorf- und Vereinsfesten. Rund 1200 Stände haben sie im vergangenen Jahr überprüft – rund 100 Mal gab es kleinere und größere Beanstandungen. Über die Jahre hinweg geht die Zahl der Beanstandungen jedoch zurück, auch weil die Ehrenamtlichen besser informiert werden, das erklärte der zuständige saarländische  Verbrauchschutzminister Jost bei der Vorstellung der Zahlen vor wenigen Wochen.

Zweckmäßiger Verkaufsstand: auch für kleines Geld

Wer Kuchen oder Würstchen verkaufen möchte, der braucht natürlich einen kleinen Stand. Das müsse aber nicht unbedingt ein professioneller Imbisswagen sein, sagt Paul Nerschbach, Sachgebietsleiter Lebensmittelüberwachung beim Landesamt für Verbraucherschutz. So reicht als Grundgerüst ein einfacher Pavillon, der allerdings an drei Seiten geschlossen sein sollte. Als Bedientheke genügt ein einfacher, stabiler Biertisch. Wichtig ist der Boden, das sollte nicht ein Aschplatz oder Rasen sein, denn er sollte leicht zu reinigen sein. Man könne zum Beispiel PVC oder Spanplatten auslegen, so der Expertentipp

Handwaschbecken sind Pflicht

Wenn Lebensmittel gereicht werden, dann müsse es auch bei den Ständen entsprechende mobile Handwaschbecken geben, sagt Paul Nerschbach. So gibt es im Baumarkt einfache Einbauspülen mit Durchlauferhitzer oder auch mobile Handwaschbecken. Dazu gehören dann natürlich auch Seife und Einmalhandtücher. Zudem sollte man darauf achten, dass das Abwasser sicher abgeleitet wird. Wichtig auch: Stehen Kuchen oder andere Lebensmittel auf der Theke, muss ein entsprechender Spuckschutz angebracht werden. Hier reiche auch Plexiglas, so der Lebensmittelkontrolleur.

Verderbliche Lebensmittel müssen richtig gekühlt werden

Am wichtigsten bei solchen Festen ist natürlich die Hygiene. Besonders bei verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Torten oder bestimmten Salaten muss man auf die richtige Kühlung achten. Wurstwaren müssen man zwischen zwei und sieben Grad lagern, dafür braucht man einen entsprechenden Kühlschrank. Gerade wenn es richtig heiß wird, sollte man für alle Fälle noch Eis bereitliegen haben, für den Fall, dass der Kühlschrank die erforderlichen Temperaturen nicht mehr schafft, sagt Paul Nerschbach.

Personalhygiene: immer wieder Hände waschen

Eine Belehrung beim Gesundheitsamt braucht man natürlich nicht, wenn man stundenweise als Ehrenamtlicher an einem Essensstand hilft. Dennoch sollte der Festorganisator einmal grundsätzlich über bestimmte Hygienevorschriften informieren. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und saubere Arbeitskleidung. Zudem sollte man an den Händen keinen Schmuck tragen und hat man eine Verletzung an der Hand, ist ein Einmalhandschuh Pflicht.

Wer krank ist, oder sich nicht gut fühlt, gehört nicht in die Nähe von Lebensmitteln. Sinnvoll ist es, denn Stand so zu organisieren, dass eine Person ausschließlich kassiert und mit dem Geld in Kontakt kommt, die anderen sich um die Lebensmittel kümmern.

Kennzeichnungspflichten: Zusatzstoffe

Anders als bei professionellen Organisatoren muss man bei dem kleineren Dorf- oder Vereinsfest nicht alle Allergene in den Lebensmitteln kennzeichnen. Haben die Würste aber Zusatzstoffe wie Phosphat oder Farbstoffe, müssen diese offen angeben werden. Deshalb: Auf die Angaben der Hersteller achten. Zudem sollten Speisekarten aushängen mit Namen, Mengenangabe und Preisen.

Selber backen und kochen fürs Fest

Häufig wird auf solchen Festen auch Zubereitetes von ehrenamtlichen Spendern angeboten. Als Festbereiter sollte man darauf achten, welche Lebensmittel man von privater Hand annimmt und diese dann auch entsprechen auf einer Liste mit Namen vermerken. Das Landesamt für Verbraucherschutz empfiehlt dabei, auf leicht verderbliche Lebensmittel wie Torten zu verzichten. Durchgebackener Kuchen wie Mamor- oder Käseküchen seien kein Problem, sagt Paul Nerschbach. Man müsse sich aber bewusst sein: Wenn durch solche Lebensmittel Beschwerden ausgelöst werden, dann werde auch entsprechend ermittelt.

Hilfe bei der Festplanung beim Landesamt für Verbraucherschutz

Wer ein Vereins- oder Dorffest plant, der kann sich auch schon im Vorfeld vom Landesamt für Verbraucherschutz beraten lassen. So können bereits viele mögliche Beanstandungen vermieden werden, so Lebensmittelkontrolleur Paul Nerschbach. Über das Landesamt kann man recht unkompliziert einen Termin auch mit den regional zuständigen Behörden machen.

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