Eine Person hält ein Telefon in der Hand (Foto: Pixabay/kalhh)

Wie reagieren bei unerlaubten Telefonanrufen?

  23.04.2020 | 12:21 Uhr

Diese Situation kennen wir alle: Das Telefon klingelt, wir heben ab, melden uns - und dann werden wir von einem Verkäufer von Glücksspielen, Versicherungen, Handyerträgen oder etwas anderem begrüßt. Was tun bei solchen unerwünschten und vor allem unerlaubten Anrufen? Karin Mayer aus der SR-Wirtschaftredaktion hat sich kundig gemacht.

Mit Informationen von Karin Mayer  

Das Telefon klingelt. Wir freuen uns, doch dann die Enttäuschung: uns will jemand etwas verkaufen. Aber wir möchten weder an einer Lotterie teilnehmen, noch unseren Handy- beziehungsweise Telefonvertrag ändern, auch kein neues Zeitungs- oder Fernseh-Abo abschließen und auch keine neue Versicherung. Außerdem fragen die Anrufer viele persönliche Daten ab. Das Display zeigt mal Handynummern, mal ausländische Festnetznummern an. Man ist erst einmal völlig verunsichert und fragt sich: Was mach ich jetzt? Denn: Diese Anrufe sind seit einiger Zeit verboten - und trotzdem halten sich wenige daran und machen weiter.

Erste Maßnahmen

Der wichtigste Schritt bei unerlaubten Telefonanrufe ist, sich nicht auf ein Gespräch einzulassen und den Hörer wieder aufzulegen, rät Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Wer die Telefonnummern schon erkennt, kann auch einfach klingeln lassen oder auf stumm schalten, wenn der Apparat das hergibt. Was oft hilft: darauf hinweisen, dass das verboten ist und mit der Meldung an die Bundesnetzagentur und strengen Ordnungsgeldern drohen.
Um nicht wiederholt von einer speziellen Nummer belästigt zu werden, kann diese Telefonnummer blockiert werden. Das geht über die eigenen Geräte (siehe Anleitung) oder über den Anbieter. Im äußersten Fall bleibt nur die eigene Telefonnummer zu wechseln.

Die Masche der Werber

Die Zahl der Beschwerden bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes ist zwar weniger geworden seit die unerwünschten Telefonanrufe verboten sind. Trotzdem setzen sich einige über das Verbot hinweg, und somit bleiben die unerwünschten Telefonanrufe ein Dauerbrenner in den Verbraucherzentralen. Aktuell werden nach Angaben von Désirée Fuchs am Telefon häufig Gewinnspiele angeboten. Das sei aus ihrer Erfahrung aber nur ein Vorwand, um Versicherungsverträge oder Zeitschriftenabos zu verkaufen.

Anlaufstelle Bundesnetzagentur

Wer ständig angerufen wird, kann die Telefonnummer, den Tag und die Uhrzeit des Anrufes notieren und an die Bundesnetzagentur melden. Hilfreich ist auch der Name des Anrufers - wenn man ihn verstanden und notiert hat. Ein entsprechendes Formular gibt es im Internet. Die Bundesnetzagentur kann Ordnungsgelder verhängen und Telefonnummern sperren.

Weitere Informationen und das Online-Beschwerdeformular gibt es bei der Bundesnetzagentur


Vorsicht mit den eigenen Daten

Wer sich vor unerwünschten Anrufen schützen will, sollte darauf achten, mit den eigenen Daten sparsam umzugehen. Das rät Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale. Die Anrufer können sie aus Telefonbüchern, aus der Teilnahme an Glücksspielen oder Preisrätseln, vom professionellen Datenhandel oder aus Kundenkarten erhalten haben.

Hat man unwissentlich eine Einwilligung gegeben?

Aber aufpassen: Telefonanrufe zu Werbezwecken sind erlaubt, wenn die Kunden vorher zugestimmt haben. Diese Klauseln finden sich in vielen Formularen schon beim Vertragsabschluss. Tipp: Die Formulare sollten ganz genau und aufmerksam gelesen werden, bevor man 'aus Versehen' an der falschen Stelle den Haken setzt.

Dann ist es doch passiert...

Wer am Telefon aus Versehen einen Vertrag abschließt oder einen untergeschoben bekommt, kann innerhalb von 14 Tagen widersprechen. Musterbriefe für den Widerspruch stehen online zur Verfügung, auch von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Die Frist beginnt übrigens erst, wenn ein Vertrag oder eine Rechnung zugeschickt wird, so Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale.


Auch Thema auf SR 1 am 23.04.2020 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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