Madeline Juno mit Daniel Simarro im SR 1 Studio (Foto: SR 1 / Marko Völke)

Madeline Juno

  09.09.2019 | 14:00 Uhr

2014 stand Madeline Juno bei der SR 1-Konzert-Reihe 'Die jungen Wilden' auf der Bühne. Seitdem ist viel passiert. Jetzt hat sich die Sängerin und Songschreiberin mit ihrem neuen Album 'Was bleibt' zurückgemeldet und SR 1 einen Besuch abgestattet.

Schon im Alter von 14 Jahren nahm Maddy - so ihr Spitzname - ihre ersten Lieder auf und stellte selbstgedrehte Videos auf YouTube. Inzwischen ist sie erwachsen geworden und hat sich in der deutschen Musikszene fest etabliert.

Madeline Juno im SR 1 Interview
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Madeline Juno im SR 1 Interview

Ihr bisher letztes Album 'DNA' aus dem Jahre 2017 hat bis dato stattliche 16 Millionen Streams erreicht und die EP 'Waldbrand' von 2016 über sieben Millionen. Die Akustikclip-Trilogie aus 'Schatten ohne Licht', 'Ohne Kleider' und 'Phantomschmerz' haben sich auf YouTube mittlerweile über 7,5 Millionen Fans angeschaut.

Auf dem neuen Album 'Was bleibt' hat Maddy wie schon beim Vorgänger wieder mit Oliver Som als Writing- und Producing-Partner zusammen gearbeitet. Gemeinsam und gänzlich unabhängig bauen sie ihre markante Soundwelt aus verspieltem Elektro und souveränem Pop um weitere Umlaufbahnen aus und aktualisieren ihre Kompositionen um das, was sie jetzt gerade inspiriert.

Madeline Juno - Was bleibt (Foto: Embassy of Music)

'Was bleibt' ist ganz anders, als man denkt. Es ist ein eher philosophisches Album, auf dem sich Maddy knallhart mit sich selbst auseinandersetzt. Und ein üppiges Labyrinth, in dem sich jeder seinen eigenen Ausgang suchen kann.

Mit 'Grund genug' hat die 1995 geborene Offenburgerin ihre aktuelle Single aus dem neuen Werk veröffentlicht. Für Madeline ein ganz besonders Lied: „'Grund genug' war der Auslöser für dieses Album. Der Song handelt davon, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen und loszulassen, was einem nicht gut tut.“ Obwohl der Track nach einem klassischem Beziehungs-Song klingt, ist er dies keineswegs: Vielmehr geht es darin um eine schmerzliche berufliche Trennung in einem Business, in dem Vertrauen ein so wichtiges wie seltenes Gut ist. „Ein Teil meiner Karriere - also auch meines Lebens - ging so zu Ende. Unterm Strich also: ‚Danke für gar nichts, den Rest finde ich allein.’“

Madeline Juno (Foto: Plattenfirma)

Den Titel 'Automatisch' hat die die Künstlerin ebenfalls bereits als Single veröffentlicht hat. Der Song sei "einfach eine coole Nummer, die Spaß macht“, sagt Madeline – und lockt ihre Fans damit auf die falsche Fährte. Denn was auf den ersten Blick wie ein herrlich tanzbares Liebeslied klingt, ist tatsächlich eine Beschreibung dessen, was Depression mit einem macht: „Ich kämpfe schon mein Leben lang damit“, erklärt sie und ergänzt: „Mich beschäftigt diese Hass-Liebe, diese regelrechte Art von Beziehung, die man mit der Depression hat. Mit diesem ungesunden Gefühl, das sich trotzdem beinahe wie eine Umarmung anfühlen kann.“

Dass Maddy auch live überzeugen kann, hat sie den SR 1-Hörern bereits 2014 bewiesen. Damals stand sie als Newcomerin bei 'Die Jungen Wilden' auf der SR 1 Bühne - und machte mächtig Eindruck. Auch zum neuen Album darf natürlich die gleichnamige 'Was bleibt'-Tour nicht fehlen. In unserer Region tritt sie am 27. Oktober in Frankenthal (Gleis 4) live auf.

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