Foto: pixabay / JillWellington

Blumenhändler hoffen auf den Valentinstag

  10.02.2021 | 15:26 Uhr

Vieles läuft seit der Corona-Pandemie anders, aber eines bleibt wie immer: Am 14. Februar ist Valentinstag! In diesem Jahr freuen sich aber nicht nur die Liebsten über einen prächtigen Blumenstrauß, auch die Blumenhändler hoffen wenigstens per 'Call & Collect' wichtigen Umsatz zu machen, und klagen daher über die Werbung der Supermart-Konkurrenz.

Viele Supermärkte locken zum Valentinstag in ihren Werbeblättchen mit Blumen-Angeboten. Und das, obwohl die großen Ketten im Januar beim Runden Tisch mit Wirtschaftsministerium und Einzelhandel zugesagt hatten, gerade dies nicht zu tun. Bei der Industrie- und Handelskammer sind deshalb auch zahlreiche Beschwerden eingegangen, bestätigt Carsten Maier von der IHK.

Blumenhändler hoffen auf den Valentinstag
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Blumenhändler hoffen auf den Valentinstag

Denn die Blumenhändler dürfen ihre Läden weiterhin nicht öffnen. 'Call & Collect', also bestellen und abholen, diesen Service bieten viele zumindest an.

Melina Corti ist Floristin, hat selbst einen Blumenladen in Püttlingen und solch einen Service eingerichtet: "Seit Mitte Januar haben wir einen Bestellservice, bei dem der Kunde telefonisch, per WhatsApp oder per Mail bestellen kann. Er kann dann auswählen, ob er es einfach kontaktlos bei uns vor dem Geschäft abholen möchte oder wir liefern es auch gerne. Und zusätzlich zum Valentistag haben wir jetzt einen Webshop erstellt."

Die Gesamtsituation sieht Melina eher entspannt: "Blumen und Pflanzen gab es schon immer im Supermarkt. Dennoch gibt's bei uns im Fachhandel eine besonderere Auswahl", sagt sie, "Der Kunde, der etwas Besonderes sucht, kauft trotzdem weiterhin im Fachhandel, wenn's jetzt vielleicht auch während des Lockdowns ein bisschen weniger ist." Die Floristin bleibt optmistisch und zuversichtlich, dass ihr Laden bald wieder öffnen darf.

So positiv sehen das aber nicht alle aus der Branche. Holger Wilhelm von der Gärtnerei Storb in Fechingen sieht in den Supermärkten eine große Konkurrenz: "Wir warten auf Anrufe, auf Bestellungen. Wir können nur Abhol- und Lieferservice machen und im Moment zwingt man uns in die Knie durch Lebensmittelgeschäfte, die extrem Werbung machen für Blumen und Pflanzen. Wir reden hier von einer Wettbewerbsverzerrung, die außerordentliche Folgen haben kann."

Diese 'Wettbewerbsverzerrung' beruht auf dem Schwerpunktprinzip: Das erlaubt es Supermärkten, die überwiegend Lebensmittel verkaufen, auch ihre sonstigen Produkte, wie zum Beispiel Blumen, weiterhin anzubieten.

Blick in das Gewächshaus einer Gärtnerei (Foto: Pixabay/StillWorksImagery)

Die Folgen für die Blumenläden bestehen nicht nur in unzähligen Pflanzen, die in der Tonne landen müssen, sondern auch in einem erheblichen Umsatzverlust: "Wir gehen zur Zeit mit 50, 60 Euro Umsatz nach Hause und stehen acht Stunden hier und arbeiten," so Holger Wilhelm.

Wer also seinem Schatz am Valentinstag mit Blumen eine Freude macht, tut diesmal auch den Blumenhändlern und Gärtnereien etwas Gutes.


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