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Verstärkter Datenschutz für Kinder

  11.01.2020 | 14:11 Uhr

Die Privatsphäre von Kindern bei YouTube soll in Zukunft besser geschützt werden. Bei Videos von Kindern und für Kinder werden einige Features deaktiviert. Was können Eltern außerdem tun, um ihre Kinder vor möglichen Gefahren im Internet zu schützen?

Der Schutz der Privatsphäre von Kindern bei YouTube wurde in der Vergangenheit stark kritisiert. So war es leicht, die Daten von Kindern in Erfahrung zu bringen und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Aufgrund des mangelhaften Datenschutzes haben sich letztendlich sogar die US-Behörden eingeschaltet und eine Strafe von umgerechnet fast 170 Millionen Euro für die Videoplattform verhängt. Eine für den Mutterkonzern Google durchaus verkraftbare Summe. Nachdem aber auch diverse Werbekunden abgesprungen sind, hat sich YouTube schließlich zu Maßnahmen entschlossen.

Verstärkter Datenschutz für Kinder
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Verstärkter Datenschutz für Kinder

Die Plattform schaltet nun sowohl bei Videos von Kindern als auch bei Videos für Kinder einige Features ab. Dazu gehören unter anderem personalisierte Werbeanzeigen, Kommentare und Benachrichtigungen bei neuen Videos. All diese Funktionen benötigen konkrete Nutzerdaten. Außerdem müssen die Macher von Videos künftig definieren, ob ihre Videos speziell für Kinder produziert sind.

"Wir sind nicht perfekt!"

Was sollten Eltern beachten, wenn ihre Kinder bei YouTube unterwegs sind? SR1 Netzreporter Robert Hecklau empfiehlt, grundsätzlich nie die YouTube App zu benutzen, sondern die YouTube Kids App. Diese zeigt ausschließlich Videos an, welche als kinderfreundlich eingestuft wurden. Die Kommentarfunktion ist deshalb von vornherein deaktiviert.

Die Auswahl der Videos erfolgt dabei durch einen Algorithmus. Wie bei allen automatisierten Systemen besteht auch bei diesem Algorithmus eine gewisse Fehleranfälligkeit. So kann es durchaus passieren, das auch nicht kindertaugliche Videos angezeigt werden. YouTube selbst warnt davor in einem Infovideo und verspricht zukünftig eine Optimierung des Systems.

Verantwortungsvoller Umgang mit Medien

Mit der App allein ist es demnach nicht getan. Letztendlich tragen die Eltern die Verantwortung dafür, wie ihre Kinder mit Medien umgehen, welche Seiten aufgerufen, Plattformen besucht und Inhalte angesehen werden. Diese Verantwortung können Eltern nicht an die Anbieter abgeben.

Bei Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren ist YouTube die beliebteste App und durch das Smartphone immer und überall erreichbar. Eine ständige Kontrolle der Onlineaktivität ist unter anderem deshalb schwer zu gewährleisten. Aufklärung, Interesse an dem Onlineverhalten des Kindes und der gesunde und veranwortungsvolle Umgang mit Medien und Onlineplattformen sind im Optimalfall fester Bestandteil der Erziehung.


Auch Thema auf SR 1 am 09.01.2020 in der Sendung "Hallo Saarland"

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