Notebook mit YouTube-Seite  (Foto: pixabay / TymonOziemblewski)

Youtube als Nachhilfelehrer

Eva Lippold   04.06.2019 | 17:58 Uhr

Viele Kinder und Jugendliche können sich eine Welt ohne Youtube kaum vorstellen. Eine aktuelle Studie besagt, dass Youtube von Jugendlichen öfter genutzt wird als Facebook, Instagram und Snapchat. Doch was viele Eltern vielleicht überraschen wird: Die jungen Leute nutzen die Videoplattform auch, um sich dort schlau zu machen und zu lernen.

Mit YouTube lernen
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Mit YouTube lernen
SR-Reporterin Eva Lippold hat sich an einer saarländischen Grundschule umgehört.

Wenn Jadea, Pablo, Lilly und ihre Freunde ein Thema vertiefen wollen, dann schlagen sie selten ein Buch auf, denn mit YouTube geht die Recherche nicht nur schneller, sie macht auch mehr Spaß, sagen sie.

Am liebsten allerdings nutzen die Acht- bis Zehnjährigen aber die Plattform, um Serien oder Filme zu schauen. Und bei den Jungs steht hoch im Kurs, anderen dabei zuzuschauen, wie sie Computerspiele spielen, Spiele, die sie selber noch nicht spielen dürfen. Let‘s Play heißt das Phänomen.

Der schnelle Klick zum Nachschauen

Was aber viele Erwachsene überraschen dürfte: Fast die Hälfte der Kinder und Jugendlichen nutzt die Videoplattform, um Schulthemen zu vertiefen – oder besser zu verstehen. Als sie in der Schule das Thema Dinosaurier durchgenommen haben, haben sich Pablo, Lilly und die anderen per YouTube auf ihre Referate vorbereitet.

Dass sie das tun, ist eigentlich kein Wunder. Schließlich schauen Mama und Papa auch auf YouTube nach, wie man ein Regal an die Wand dübelt oder Muffins backt. Und sogar ihre Klassenlehrerin nutzt YouTube, lässt sich davon sogar für den Unterricht inspirieren.

Sicher mit der "YouTube Kids“-App

Den Pädagogen ersetzen kann das Internet natürlich nicht. Und eine Gefahr sehen die Pädagogen darin, dass Kinder beim Surfen leicht über verstörende und gefährliche Videos stolpern können.

Die Landesmedienanstalt des Saarlandes warnt zudem vor den Algorithmen. Diese führen nämlich dazu, dass Kindern immer wieder dieselben Inhalte angezeigt werden – einmal Minecraft, immer Minecraft. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sie deshalb die App „YouTube Kids“. Wenn sie auf den von den Kindern genutzten Geräten installiert ist, werden nur jugendfreie Inhalte angezeigt.

WEITERE INFORMATIONEN

tagesschau.de
Studie zu Nutzung der Videoplattform YouTube
YouTube ist das Leitmedium für Kinder und Jugendliche: Laut einer neuen Studie nutzen 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen die Videoplattform. Hoch im Kurs: Erklärvideos.


Auch Thema auf SR 1 am 04.06.2019 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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