Wundertüte (Foto: SR/ Lena Schmidtke)

Wundertüten gegen den Corona-Frust

  19.02.2021 | 13:36 Uhr

Sie sind begehrt, die Homburger Überraschungspakete mit Bastelanleitungen, Malsachen, Rätseln und anderem mehr: Kindern bieten sie eine sinnvolle Beschäftigung und eine schöne Abwechslung im Lockdown-Alltag, und für die Eltern sind sie eine spürbare Entlastung. Noch bis Ostern gibt es alle zwei Wochen eine neue 'Wundertüte'.

Kinder durchleben gerade eine schwere Zeit: zuhause lernen beim Homeschooling, mit eltern, die Homeoffice machen, keine Besuche bei Freunden, kein Fußball-Training, kein Vereinsleben, und immer nur Instagram wird mit der Zeit auch langweilig. Da fällt vielen schnell die Decke auf den Kopf. Das Jugendbüro der Stadt Homburg und das Caritas Kinderzentrum haben sich deshalb mit Unterstützung der Erbacher Streetworkerin Nina Lesser etwas Besonderes ausgedacht: Sie verteilen gegen den Frust sogenannte „Wundertüten“.

Darin stecken viele Überraschungen: zum Beispiel Gummibärchen, Rätsel zum Knobeln, Ausmalbilder, Bastelanleitungen, Experimente, Koch- oder Back-Rezepte - all das in einem großen, prall gefüllten Umschlag mit Wundertüten-Aufkleber.

Wundertüte für Kinder in Homburg
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Wundertüte für Kinder in Homburg
SR 1-Reporterin Lena Schmidtke durfte dabei sein, als eines der Kinder seine Überraschungs-Tüte geöffnet hat.

Für die 6-jährige Fine ist die Wundertüte immer ein solches Highlight, dass sie mit dem Reinschauen gar nicht warten kann, bis sie zuhause ist. Und Mama Kathrin findet die Aktion genauso prima: "Die Kinder sind nicht ausgelastet. Weil einem selbst gehen die Ideen aus… So haben wir etwas Anregung, die Kinder sind beschäftigt“, sagt sie.

Und genau das ist auch Sinn der Wundertüte! Sie soll für die Kinder eine Abwechslung sein und für die Eltern eine Entlastung. Schon im ersten Lockdown und zu Weihnachten hat das Homburger Kinder- und Jugendbüro gemeinsam mit dem Caritas Kinderzentrum Wundertüten gepackt: mal waren Buntstifte und Witzesammlungen drin, mal ein Comic oder Smarties.

Seit dem 1. Februar läuft die Aktion wieder. In der ersten Tüte ging es in erster Linie um das Thema „Fasching“. So gab es Material und Anleitungen zum Basteln von Girlanden und Masken sowie Infos darüber, warum Fasching überhaupt gefeiert wird. Dazu kamen das Rezept der Woche: Amerikaner inklusive Smarties zum Verzieren, ein Experiment „Chromotographie“, Rätsel zum Knobeln und eine kleine Witzesammlung. Ziel ist es, "dass die Kinder niedrigschwellig was lernen können, dass sie was basteln für zuhause. Hatten auch im letzten Jahr was zum Thema Frühjahr, Pflanzenkunde, Erkundung im Wald. Und das geht halt über das reine Spiel und Spaß hinaus“, erklärt Stadt-Jugendpflegerin Sandra Schatzmann.

Den Inhalt auswählen, Material ausdrucken, Besorgungen machen – in die Wundertüten fließt viel Zeit und Arbeit. Doch die nimmt Janine Brünner vom Kinderzentrum gerne auf sich: „Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber es kommt von Herzen von uns für die Kinder.“

Und die nehmen das Angebot freudig an. Bis mindestens Ostern soll es alle 14 Tage neue Wundertüten geben: jeweils 200 Stück – und die waren bisher immer in kürzester Zeit vergriffen.

Janine Brünner freut sich, wenn die Kinder mit ihrer Wundertüte und einem lachenden Gesicht heimgehen – und auch darüber, dass sie auf diese Weise mit ihnen in Kontakt bleiben kann. Und mit den Eltern, die dann manchmal auch ihr Leid klagen. Deshalb hat sie sich schon überlegt, ob es nicht auch mal eine Wundertüten-Sonderausgabe geben könnte – für die Eltern: „Beispielsweise eine sehr große Tafel Schokolade für die Nerven, ein Entspannungsbad oder Entspannungsmusik. Was den Eltern zugute kommt", meint sie." Natürlich haben es die Kinder gerade besonders schwer, aber auch die Eltern, die die Kinder ja betreuen, sollten wir nicht vergessen!“

Wer eine der nächsten Wundertüten ergattern will: Im Rathaus Homburg, im Caritas Kinderzentrum und in der Ausgabestelle in der Böcklingstraße können die Tüten abgeholt werden. Alle zwei Wochen gibt es neue.


Auch Thema auf SR 1 am 18.02.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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