Was dem Balser seine Textnachricht, ist der Mark ihre Sprachnachricht (Foto: Melanie Dupré)

Was ist euer Ding: Text- oder Sprachnachricht?

Onlinefassung: Lisa Huth   19.02.2019 | 07:18 Uhr

Whatsapp feiert diese Woche gleich zwei Jubiläen: einmal die Übernahme von Facebook vor fünf Jahren für die Summe von 19 Milliarden Euro, zum anderen das zehnjährige Jubiläum des Messengers selbst.

Die SR-Moderatoren Christian Balser und Kerstin Mark haben darüber mit Holger Bleich gesprochen. Er ist Redakteur bei der Computerzeitschrift c't.

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Wann genau sie kommt, ist noch unklar, möglicherweise schon diesen Monat. Als erstes soll sie im Statusbereich kommen. Der Statusbereich ist eine Art Snapchat-Funktion, mit der man Fotos, Videos oder GIFs veröffentlichen kann, die nach 24 Stunden automatisch wieder verschwinden. Aber bei Werbung im Statusbereich wird's wahrscheinlich nicht bleiben. Bleich geht davon aus, dass es anfangs erst mal eher soft starten wird.

Datenschutz

Seit zehn Jahren gibt es den Messenger, seit fünf gehört Whatsapp zur Facebook-Gruppe
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Seit zehn Jahren gibt es den Messenger, seit fünf gehört Whatsapp zur Facebook-Gruppe

Whatsapp hat, so Bleich, als einziger der großen Messenger eine vernünftige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet: die beiden, oder die Gruppen, die kommunizieren, können die Nachrichten lesen, der Betreiber aber nicht. Allerdings zeichnet Whatsapp die Metadaten auf: Wer, wann mit wem kommuniziert, zu welcher Tages- und Nachtzeit oder wann jemand online oder offline ist. Das sei sehr bedenklich. Whatsapp sei ja nicht isoliert zu betrachten, sondern sei Bestandteil des Facebook-Konzerns. Es sei davon auszugehen, dass Facebook genauso an die Daten von Whatsapp kommt wie Instagram. So können Querverbindungen zwischen den Nutzerinnen und Nutzern gezogen werden. Möglicherweise kommt es sogar zu einer Verschmelzung der Dienste. Bleich hält das datenschutzrechtlich für eine Katastrophe. Darum beschäftigen sich auch die Datenschutzbehörden und das Kartellamt damit.

Personalisierte Werbung

Isoliert betrachtet habe Whatsapp gar nicht so viele Informationen: Namen und persönliche Netzwerke, aber keine Inhalte. Darum geht personalisierte Werbung noch nicht. Wenn es aber mit Facebook kombiniert wird, dann kann zielgerichtet geworben werden.

Einladung zu Gruppen

In der Beta-Version wird es möglich sein, dass jeder zustimmen oder ablehnen kann, wenn er oder sie in eine Gruppe eingeladen wird. Eine Ablehnung sieht dann aber nur der Administrator.

Sprachnachrichten liegt vorn

Ganz klar, meint Holger Bleich: Den meisten sind die Textnachrichten zu anstrengend, sie bevorzugen Sprachnachrichten. Das werde auch so bleiben.

Auch Thema auf SR 1 am 19.02.2019 in der Sendung "Balser & Mark. Dein Morgen.

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