Die internationale Raumstation - ISS (Foto: NASA / ESA)

Gefahr durch Weltraumschrott

  17.11.2021 | 15:43 Uhr

Das Orbit um die Erde ist voller Weltraumschrott. Dieser Müll ist schnell und daher gefährlich. Zu Wochenbeginn wurde die ISS gleich zweimal geräumt, weil ihr Weltraumschrott nahe gekommen sein soll. In der Station hält sich derzeit auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf.

Ausgebrannte Raketenstufen, Teile von Satelliten, verlorene Schraubenzieher, Lackpartikel ... - Im Orbit fliegt auch jede Menge Weltraumschrott um die Erde. Und der kann für Satelliten oder die Raumstation, die in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde fliegt, durchaus gefährlich werden.

Gefahr im All

Zu Wochenbeginn wurde die Internationale Raumstation ISS daher gleich zweimal geräumt. Die gesamte Crew, darunter auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer, musste sich in Sicherheit bringen. Denn Russland hatte einen Satelliten abgeschossen, der schon seit Jahren nicht mehr funktionierte. Und die Bruchstücke schwirren jetzt als Weltraumschrott umher.

Gefahr im Orbit: Weltraumschrott
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Gefahr im Orbit: Weltraumschrott

Weltraumschrott - davon gibt es jede Menge, erklärt Thomas Eversberg vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): etwa 30.000 Teilchen, die größer als 10 cm sind, rund eine Million Teilchen, die nur größer als 1 cm sind, gut eine Milliarde Teilchen, die größer als 1 mm sind, und noch erheblich mehr Teilchen im Mikro-Bereich.

Und eben schon diese kleinsten Teilchen können großen Schaden anrichten, da sie mit enormem Tempo unterwegs sind: "Ein 1 cm großes Stück, das mit 50-facher Geschwindigkeit einer Gewehrkugel auf ein Objekt zufliegt, hat die Energie einer Handgranate", erklärt Eversberg.

Um Fernsehsatelliten müssen wir uns allerdings keine Sorgen machen. Die fliegen in einer Höhe von ca. 36.000 km. Hier gibt es bislang kaum Schrott-Teilchen, so Eversberg.

Maßnahmen gegen den Weltraumschrott

Die ISS musste in den vergangenen Jahren immer wieder Weltraumschrott ausweichen. Dafür wird normalerweise die Flugbahn geändert.

Allerdings wird die Masse an Teilchen mehr und mehr zur Gefahr. Wenn wir jetzt nichts gegen den Weltraumschrott tun, werden wir in etwa 80 Jahren nicht mehr fliegen können, erklärt Eversberg. Handeln tut also Not.

Um den Weltraumschrott zu reduzieren, arbeitet die ESA gemeinsam mit Wissenschaftlern und privatwirtschaftlichen Unternehmen an verschiedenen Methoden. Über den Einsatz von Harpunen oder Fangnetzen wird diskutiert. Die erste Weltraummüll-Abfuhr soll 2025 mit dem Schweizer Start-up Clear-Space aufbrechen.

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Auch Thema auf SR 1 am 7.11.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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