Umweltschutz (Foto: Pixabay/geralt)

Die Welt lebt auf Pump - ökologisch gesehen

  29.07.2019 | 07:31 Uhr

Der 29. Juli war Erdüberlastungstag. Denn die Menschheit verbraucht 75 Prozent mehr Ressourcen als die Erde zeitgleich erneuern kann. Deshalb hat die Welt jetzt schon ihre natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht.

Wir verbrauchen mehr als die Natur uns geben kann

In diesem Jahr fiel der Earth Overshoot Day oder auch "Welterschöpfungstag" auf den 29. Juli. Das heißt, wir verbrauchen die Gaben der Natur erheblich schneller, als sich die Ökosysteme regenerieren können.

Der entsprechende Tag für die EU war bereits am 10. Mai, der für Deutschland am 3. Mai. In Luxemburg war er sogar schon am 19. Februar; das liegt mit daran, dass das Land so klein ist, viele Produkte importieren muss und wenig Wald hat.

Das Global Footprint Network berechnet den Earth Overshoot Day nämlich basierend auf dem Konzept des ökologischen Fußabdrucks. Der gibt an, wie viel Fläche benötigt wird, um alle Ressoucenbedürfnisse einschließlich der Energieversorgung zu gewährleisten.

Würde die Welt so viel verbrauchen wie Luxemburg, bräuchte es sieben Erden.
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Würde die Welt so viel verbrauchen wie Luxemburg, bräuchte es sieben Erden.

Vereinfacht gesagt, wird wie bei einer Art Budget-Rechnung dem, was die Erde an Ressourcen aufbauen und an CO2-Emissionen aufnehmen kann der Bedarf an Wäldern und Ackerflächen zur Erzeugung von Lebensmitteln, für Siedlungen, wirtschaftliche Aktivitäten und alles andere gegenübergestellt.

Dabei bezieht sich der ökologische Fußabdruck nicht allein auf unseren Verbrauch von Wasser, Holz oder anderen Rohstoffen. Auch Müll und Abgase etwa werden miteinbezogen. Etwa, wie viel Waldfläche notwendig wäre, um das erzeugte Treibhausgas CO2 auf natürliche Weise zu binden.

Earth Overshoot Day immer früher

1987 war der Earth Overshoot Day noch am 19. Dezember. Seither steht er immer früher im Kalender:
2000:      1. November
2010:    21. August
2015:    13. August
2018:      1. August
In diesem Jahr fiel er zum ersten Mal in den Juli.

Was tun?

Um Gegenzusteuern sollten wir unser Handeln immer wieder reflektieren und uns so wichtige Fragen stellen wie:

Flugzeug hinterlässt Kondensstreifen am Himmel (Foto: Pixabay/vulkahn-22)

Muss es im Urlaub unbedingt eine Flugreise sein? Denn der Flugverkehr verursacht einen erheblichen Teil der CO2-Emmissionen.

Muss es immer das eigene Auto sein? Fahrgemeinschaften oder die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs entlasten die Umwelt. Und Radfahren ist auch noch gesund.

Welche Lebensmittel kaufen wir ein? Die aus der Region und saisonale Produkte sollten den Vorzug bekommen. Und Fleisch sollte eher seltener als öfter auf dem Einkaufszettel stehen, denn auch die Tierhaltung ist für einen bedeutenden Teil der schlechten Umweltbilanz mitverantwortlich.


Auch Thema auf SR 1 am 29.07.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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