Weihnachtsgeld (Foto: dpa)

Wann wird Weihnachtsgeld gezahlt?

Arbeitskammer des Saarlandes   30.09.2022 | 21:48 Uhr

Hat jeder Arbeitnehmer Anpruch auf Weihnachtsgeld? Müssen Arbeitgeber die Sonderzahlung tätigen? Wann wird ein anteiliges Weihnachtsgeld gezahlt? Alles was man rund um das Thema „Weihnachtsgeld“ wissen sollte!

Was ist eine Weihnachtsgratifikation?

Beim Weihnachtsgeld handelt es sich um ein zusätzliches Entgelt des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer. Die Höhe der Sonderzahlung, der Zahlungszeitpunkt sowie ob überhaupt Weihnachtsgeld gezahlt wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Ein gesetzlicher Anspruch existiert grundsätzlich nicht, der Anspruch auf Weihnachtsgeld oder sonstige Sonderzahlungen muss daher auf eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag bzw. Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung zurückgeführt werden.

Fragen und Antworten rund um das Weihnachtsgeld
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Fragen und Antworten rund um das Weihnachtsgeld
Anke Marx Juristin und Beraterin für Arbeistrecht und der Arbeitskammer des Saarlandes nennt einige wichtige Punkte.

Zahlt der Arbeitsgeber allerdings das Weihnachtsgeld dreimal vorbehaltlos, jeweils zum Jahresende, so hat der Arbeitnehmer Anspruch darauf, in jedem Jahr eine solche Sonderzahlung zu erhalten.

Erfolgt allerdings ein Hinweis, dass auch bei mehrfacher Zahlung kein Rechtsanspruch entsteht („Freiwilligkeitsvorbehalt“) oder, dass es sich um eine widerrufliche Leistung handelt, entsteht kein Rechtsanspruch aus betrieblicher Übung.

In welcher Höhe ist die Gratifikation zu zahlen?

Ist die Gratifikationszahlung im Arbeitsvertrag oder im anwendbaren Tarifvertrag festgelegt, so ist die dort vereinbarte Höhe maßgebend. Eine Vereinbarung, die für den Fall von krankheitsbedingten Fehlzeiten eine Kürzung der Sonderzahlungen um maximal 25 Prozent eines Tagesverdienstes pro Fehltag vorsieht, ist grundsätzlich zulässig. Sie muss aber auf jeden Fall vor der Fälligkeit der Gratifikation getroffen worden sein, sonst scheidet eine Kürzung aus.

Grundsatz der Gleichbehandlung beim Weihnachtsgeld

Bei der Höhe einer freiwilligen Gratifikation muss der Arbeitgeber vergleichbare Arbeitnehmergruppen auch gleich behandeln und darf die Gratifikationen ohne unter sozialen Gesichtspunkten nachvollziehbare Begründung nicht unterschiedlich hoch bemessen. Insbesondere Teilzeitkräfte (also auch geringfügig Beschäftigte!) haben einen Anspruch auf eine anteilige Zahlung, die der Höhe ihrer Arbeitszeit entspricht.

Gratifikationen und 13. Monatsgehalt

Im Gegensatz zu Gratifikationen stellt das 13. Monatsgehalt, für das weder ein Rückzahlungsvorbehalt noch sonstige Bedingungen vereinbart werden, einen echten Gehaltsbestandteil dar.

Es macht einen Teil des Arbeitseinkommens aus und ist daher auch anteilig zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet oder erst im Laufe des Jahres seine Arbeit antritt.

Für jeden Monat, in dem das Arbeitsverhältnis in dem entsprechenden Jahr nicht besteht, wird das 13. Monatsgehalt um ein Zwölftel gekürzt. Als Zahlung für geleistete Arbeit in der Vergangenheit scheidet bei einem 13. Monatsgehalt eine Rückforderung aus. Bei der Gratifikation tritt dagegen der Entgeltcharakter mehr zurück und die Bindung an den Betrieb, die Betriebstreue, stärker in den Vordergrund. Oftmals wird eine Weihnachtsgratifikation irrtümlich als 13. Monatsgehalt bezeichnet, weil sich die Höhe der Sonderzahlung an einem Monatsgehalt orientiert.

Beratungsangebot der Arbeitskammer

Saarländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitssuchende haben Anspruch auf kostenlose Beratung durch die Arbeitskammer. Bitte wenden Sie sich in Beratungsangelegenheiten direkt an die Abteilung Beratung der AK.

Kontakt Arbeitskammer des Saarlandes
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66111 Saarbrücken
Telefonische Kurzberatung Tel. 0681 4005-111
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Tel. 0681 4005-140 Fax: 0681 4005-210
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E-Mail: beratung@arbeitskammer.de Online-Beratung www.arbeitskammer.de/beratung/online-beratung.html

Thema ind er Sendung SR1 - Deine Eins! am 30.09.2022.

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