Verschiedene Führerscheinvarianten (Foto: picture alliance / dpa | Oliver Berg)

Erste Umtauschphase für alte Führerscheine steht an

  18.05.2021 | 00:00 Uhr

Ab dem kommenden Jahr verlieren ältere Führerscheine nach und nach ihre Gültigkeit. Sie müssen durch einen EU-Führerschein ersetzt werden. Da es coronabedingt zu Wartezeiten kommen kann, empfiehlt das Verkehrsministerium, sich frühzeitig mit der Führerscheinstelle in Verbindung zu setzen.

Alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine müssen in den nächsten Jahren umgetauscht werden. Nach ADAC-Angaben sind das bundesweit rund 43 Millionen Führerscheine. Mit der großen Umtauschaktion sollen die Führerscheine europaweit vereinheitlicht und fälschungssicherer werden.

Frist für Jahrgänge 1953 bis 1958 endet Anfang 2022

Der Umtausch erfolgt gestaffelt nach Ausstellungsjahr und Geburtsjahr. Im Januar 2022 läuft die Frist für die Jahrgänge 1953 bis 1958 ab, deren Führerschein vor dem 31. Dezember 1998 ausgestellt wurde. Wer danach mit dem alten Führerschein unterwegs ist, riskiert ein Verwarnungsgeld. Im Ausland drohen zudem Probleme, weil etwa die Weiterfahrt mit dem Pkw untersagt werden könnte.

Ein neuer Führerschein für alle
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Ein neuer Führerschein für alle

"Die jetzt anstehende erste Phase des Umtauschaus bedeutet zu Corona-Zeiten auch für die Führerscheinstellen des Landes eine besondere Herausforderung", teilte das saarländische Verkehrsministerium mit. Wartezeiten könnten nicht ausgeschlossen werden. Betroffene sollten sich daher vorab bei ihren jeweils zuständigen Kommunen über die Vorgehensweise beim Führerscheinumtausch erkundigen.

Fristen für nach 1971 Geborene laufen ab 2025 ab

Die Jahrgänge 1959 bis 1964 müssen ihre bis 1998 ausgestellten Führerscheine spätestens bis Januar 2023 getauscht haben, ein weiteres Jahr später läuft die Frist für die Jahrgänge 1965 bis 1970 ab. Ab Januar 2025 müssen dann auch alle Jüngeren ihren Papierführerschein getauscht haben. Ab 2026 laufen dann die Fristen für Inhaber von Kartenführerscheinen ab. Wer vor 1953 geboren ist, hat bis Januar 2033 Zeit.

Alle Fristen im Überblick

Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind:

Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers Spätester Umtauschtag
vor 1953 19.01.2033
1953 – 1958 19.01.2022
1959 – 1964 19.01.2023
1965 – 1970 19.01.2024
1971 oder später 19.01.2025


Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind

Ausstellungsjahr Spätester Umtauschtag
1999 – 2001 19.01.2026
2002 – 2004 19.01.2027
2005 – 2007 19.01.2028
2008 19.01.2029
2009 19.01.2030
2010 19.01.2031
2011 19.01.2032
2012 – 18.01.2013 19.01.2033


Fahrerlaubnisinhaber, deren Geburtsjahr vor 1953 liegt, müssen den Führerschein bis zum 19. Januar 2033 umtauschen, unabhängig vom Ausstellungsjahr des Führerscheins.

(Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)

Umtauschfrist nur für Personen mit Wohnsitz in Deutschland

Nach ADAC-Angaben werden die Führerscheine ohne Prüfung oder Gesundheitsuntersuchung umgetauscht. Wer seinen Wohnsitz im Ausland hat, ist laut ADAC von den Umtauschfristen in Deutschland nicht betroffen. Betroffene sollten sich mit den Behörden in ihrem Wohnort in Verbindung setzen.


Die französische Regierung teilt auf ihrer Homepage mit, dass beim Umtausch des Führerscheins – ähnlich der deutschen Regelung - keine neuen Fahr- und Gesundheitsprüfungen abgelegt werden müssten. Wie genau der Umtausch der alten Führerscheine erfolgen soll, ist aber zur Zeit in Frankreich noch unklar.

Der rosafarbene Führerschein bleibt in Frankreich bis 2033 gültig. Der Führerschein im Kreditkartenformat ist nur noch 15 Jahre gültig, wenn er im oder nach dem Jahr 2013 ausgestellt wurde.

Gebühren für den Umtausch

Der neue Führerschein kostet rund 25 Euro - zuzüglich der Kosten für ein biometrisches Passfoto.


Auch Thema auf SR 1 am 18.05.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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