Eine Zivilschutzsirene auf einem Dach (Foto: Christopher Benkert/Feuerwehr Neunkirchen)

Erster nationaler Warntag

  10.09.2020 | 06:06 Uhr

Heute wurden überall in Deutschland, auch im Saarland, die Alarmsirenen in Gang gesetzt und sämtliche Warnmittel getestet. Die Aktion sollte die Bürger für das Thema und die Mittel sensibilisieren und den Ernstfall testen. Dabei lief nicht alles reibungslos ab.

"Testen, ob es blinde Flecken in der Alarmierung gab"
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"Testen, ob es blinde Flecken in der Alarmierung gab"
funktioniert.

Falls die Saar wieder überlaufen sollte, wie sie es kurz vor Weihnachten 1993 getan hat, funktionieren dann die entsprechenden Alarmsysteme? Diese und weitere Warnsysteme wurden heute bei der Premiere des bundesweiten Warntages überprüft. An diesem gemeinsamen Aktionstag von Bund und Ländern wurde die technische Warn-Infrastruktur in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung getestet.

Warnmeldungen und Sirenen

Warntag im Saarland: Sirenen & Co. auf dem Prüfstand
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Warntag im Saarland: Sirenen & Co. auf dem Prüfstand

Pünktlich um 11 Uhr sollten zeitgleich in Landkreisen und Kommunen in ganz Deutschland mit einem Probealarm alle Warnmittel ausgelöst werden. Allein im Saarland waren 480 Sirenen eingeschaltet. Zeitgleich sollten sich Warn-Apps bei ihren Nutzern melden, Testwarnungen auf digitalen Werbetafeln erscheinen und Rundfunkanstalten in ihren Sendungen darüber informieren.

Dabei wurde eine Probewarnung an alle Warnmultiplikatoren (zum Beispiel Rundfunksender, App-Server) geschickt, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossenen sind. Die Warnmultiplikatoren versendeten ihrerseits die Probewarnung in ihren Systemen beziehungsweise Programmen an Endgeräte wie Radios und Warn-Apps wie zum Beispiel die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes). Parallel wurden auf Ebene der Länder, in den Landkreisen und in den Kommunen verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst, also etwa Sirenen und Lautsprecherwagen.

Gegen 11.20 Uhr sollte dann das Signal zur Entwarnung gegeben werden.

Probleme beim Probealarm

Die Aktion hat einen ihrer Zwecke zumindest erfüllt und Problemstellen deutlich gemacht. Offenbar wurden die Warnungen später ausgelöst als angekündigt. Manche Sirenen waren zu leise, andere blieben still. Auch Warnmeldungen aufs Smartphone kamen verzögert oder gar nicht an. So blieb die Warn-App NINA bei vielen Nutzern still. Die angekündigte Warnmeldung erschien zunächst nicht. "Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Teilweise sei es aber auch zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen. Eine vollständige Auswertung soll es in den kommenden Tagen geben.

Warum der Warntag durchgeführt wird

"Wir wollen die technischen Warnsysteme überprüfen"
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"Wir wollen die technischen Warnsysteme überprüfen"

Alarmsysteme gewinnen immer mehr an Bedeutung, da sich Naturkatastrophen wie Hochwasser und Unwetter häufen oder auch andere Bedrohungen wie Terroranschläge möglich sind. Um die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren und die Funktionen und Abläufe von Warnungen besser verständlich zu machen, fand nun der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung statt.

Auch soll damit auf die verfügbaren Warnmittel wie Sirenen, Warn-Apps oder digitale Werbeflächen aufmerksam gemacht werden. Zukünftig findet dieser bundesweite Warntag jährlich statt und zwar immer am zweiten Donnerstag im September.

Tierhalter aufgepasst

Da für die empfindlichen Ohren vieler Tiere ein hoher Lärmpegel eine Belastung darstellt, sollte man an diesem Warntag besonders auf sein Haustier achten. Ist das Warnsignal bereits für Menschen deutlich zu hören, ist es für das sensiblere Gehör der Tiere um ein Vielfaches lauter. Die Welttierschutzgesellschaft empfiehlt daher, Katzen und Hunden in diesem Zeitraum am besten zuhause zu lassen. Während des Sirenenlärms sollten die Haustiere möglichst in ihrer Ruhezone sein. Auch sollte man das Tier nicht alleine lassen. Kleintier- und Vogelbesitzer sollten die Käfige abdecken und in ein möglichst ruhiges Zimmer stellen, am besten weit weg vom Fenster.

Weitere Informationen


Sirenen und Co. auf dem Prüfstand
Probleme am Warntag im Saarland
Beim bundesweiten Warntag sollten am Donnerstag um 11.00 Uhr im Saarland alle 484 Sirenen heulen und Warnmeldungen aufs Smartphone kommen. Das hat vielerorts nicht funktioniert. Das Bundesinnenministerium hat den landesweiten Probealarm mittlerweile als fehlgeschlagen bezeichnet.


Auch Thema auf SR 1 am 10.09.2020 in den Sendungen 'Balser & Mark. Dein Morgen' und 'Dein Vormittag im Saarland' sowie auf SR 3 in der Sendung "Guten Morgen"..

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