Eine junge Frau schaut verzweifelt auf ihr Smarphone (Foto: imago images/Panthermedia)

Warn-Apps im Test

mit Informationen von Lena Schmidtke   03.11.2021 | 09:45 Uhr

Warn-Apps auf dem Smartphone sollen die Bevölkerung rechtzeitig vor Unwetter, Hochwasser, Bränden, Bombenfunden und anderen Gefahrensituationen warnen. Aber was taugen die Apps? Stiftung Warentest hat fünf von ihnen unter die Lupe genommen.

Fünf verschiedene Warns-Apps hat die Stiftung Warentest auf Herz und Nieren geprüft: "NINA", "KatWarn", "Biwapp", "WarnWetter" und "MeinePegel". Dabei hat der Test ergeben: „Insgesamt sind die Apps auf jeden Fall sinnvoll und können helfen. Auch weil man recht ausführliche Infos bekommt", sagt Jonas Schönfelder aus dem Test-Team.

Die getesteten Apps

"Meine Pegel" liefert örtlich fein differenzierte Informationen zu den Wasserständen der Seen und Flüsse.

"WarnWetter" gibt präzise Wetter­Prognosen vom Deutschen Wetterdienst weiter, inkl. Waldbrand- und Lawinengefahr.

"Biwapp" liefert lokale Informationen zu gesperrten Straßen, geschlossenen Schulen, Fahndungsaufrufen der Polizei und ähnlichem.

"Katwarn" zeigt die Meldungen der Landkreise und Städte zu regionalen Ereignissen und zu Unwetter, Hochwasser oder Erdbeben.

"NINA" ist die offizielle Warn-App des Bundes für alle Belange in puncto Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Stiftung Warentest: Warn-Apps sind sinnvoll
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Stiftung Warentest: Warn-Apps sind sinnvoll

Gut bei allen Apps

Es lassen sich bei allen Apps ein oder mehrere Orte definieren, für die man Warnungen erhalten möchte. Oder das Gerät übernimmt immer den aktuellen Standort. Es sind auch immer mehrere Orte auswählbar, zum Beispiel der eigene Wohnort, der Wohnort der Eltern oder von Freunden.

Auch von Vorteil: Man kann bei den Apps gezielt auswählen, wofür man Meldungen erhalten möchte - zum Beispiel bei NINA: Wetterwarnungen, allgemeine Bevölkerungsschutz-Meldungen oder Großbrände.

Insgesamt punkten die Apps mit meist ausführlichen Informationen: Sie geben etwa die Schwere der Gefahr an, zum Beispiel: "Mittlerer Wasserstand" oder "Extrem starke Winde", und bieten Verhaltensregeln wie etwa "Fenster und Türen geschlossen halten". Die Gefahren werden auch auf Karten genau angezeigt. Das könne zum Beispiel bei Rauchentwicklung in einer Stadt hilfreich sein, so Schönfelder.

Auf Internet und gutes Netz angewiesen

Ein Problem der Apps ist, dass sie nur mit aktiver Internetverbindung funktionieren und auf eine gute Netzverbindung angewiesen sind.

Problem: "nicht-stören"-Funktion bei Apple-Produkten

Die "Nicht stören"-Funktion kann ebenso problematisch sein. Ist sie eingeschaltet, blockiert sie eingehende Anrufe oder Benachrichtigungen. „Bei ernster Gefahr möchte man ja aber auch nachts zum Beispiel gewarnt werden", erklärt Schonfelder. "Bei Android-Geräten kann man einstellen, dass die Warn-Apps trotzdem mit einem Ton warnen. Aber bei einem iPhone oder iPad wird man nicht gewarnt im „Nicht stören“-Modus."

Alternative Cell Broadcasting

Insgesamt wäre deshalb das sogenannte Cell Broadcasting ein gute Alternative zu Warn-Apps. Das System existiere schon lange, so Schönfelder: "Alle Geräte einer Mobilfunkzelle werden gewarnt - ähnlich wie über SMS. Sie brauchen keine App, sondern bekommen die Nachricht, sobald sie im Gefahrenbereich sind."

Andere Länder wie die USA nutzen das schon, in Deutschland soll es Ende 2022 kommen. Solange sind die Warn-Apps zumindest ein Zusatz zu anderen Warnsystemen. Jonas Schönfelder von Stiftung Warentest rät deshalb, sich nicht nur auf ein System zu verlassen, sondern möglichst viele Informationsquellen zu nutzen wie Sirenen, Radio und Fernsehen.


Auch Thema auf SR 1 am 03.11.2021 in den Sendungen 'Dein Vormittag im Saarland' und 'Hallo Saarland'.

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