Cookies im Internet (Foto: Pixabay/kalhh)

Cookies im Test: Nicht einfach ‚Alles akzeptieren'

  29.04.2021 | 09:00 Uhr

Cookies können nützlich sein, aber auch zu viele Daten abspeichern. Wie einfach lässt sich eine datensparsame Einstellung auswählen? Und wie transparent wird der User über eingesetzte Cookies informiert? Das hat Stiftung Warentest bei 35 populären Websites untersucht. Oft kann man schon mit ein, zwei Klicks viele Cookies abschalten.

Was sind Cookies?

"Cookies" im Test
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"Cookies" im Test
Die Stiftung Warentest hat Cookies populärer Websites untersucht.

Cookies sind kleine Textdateien, die beim Besuch einer Website auf dem Rechner des Users gespeichert werden. Sie haben unterschiedliche Funktionen: Manche sind nützlich, wie das Speichern von Login-Daten oder der digitale Einkaufswagen, andere halten detaillierte Informationen über den Nutzer fest wie das Surf-Verhalten oder der Suchverlauf, um sie für Werbezwecke zu nutzen.

Cookie-Banner: Oft nervig, aber Vorschrift

In der EU dürfen nur technisch notwendige Cookies ohne Zustimmung des Users gesetzt werden; Werbe- oder Marketing-Cookies sind nur mit der ausdrücklichen Einwilligung des Users erlaubt. Deshalb öffnet sich bei vielen Webseiten zunächst ein Fenster, das diese Zustimmung einholen will.

Doch Vorsicht: Man sollte dann nicht leichtfertig einfach ‚Alles akzeptieren‘ anklicken, rät Simone Vintz von Stiftung Warentest. Denn das bedeutet, dass dann viele Cookies aktiv sind, die das Surfverhalten festhalten u.a.m. Beispiel chip.de: Hier werden rund 150 Cookies aktiv. Auch bei Eltern.de, Focus und Spiegel sind es deutlich mehr als 100; bei Spitzenreiter WetterOnline sogar 165 Cookies.

Datensparsame Einstellungen auswählen

Wer nicht alles von sich preisgeben will, kann dieses Ziel oft schon mit einem Klick oder zwei Klicks erreichen: statt alles zu akzeptieren auf ‚Einstellungen‘ klicken und dann die ‚Auswahl speichern‘ (oder wie der entsprechende Button dann heißt). Auf diese Weise werden ein Teil der Cookies blockiert. Beispiel chip.de: Hier sind dann nur noch rund 25 Cookies am Werk.

Über die Datenschutz-Einstellungen kann man im Übrigen auch noch im Nachhinein seine Zustimmung wieder zurücknehmen. Sie sind meist ganz unten im Footer, also im Fußbereich einer Seite zu finden und können auch ‚Privacy Center‘ heißen oder ähnliches.

Vorsicht Falle

Die Anbieter der Websites wollen natürlich möglichst umfangreiche Daten ihrer User erhalten. Daher wird oft über das Design versucht, den User doch zur Zustimmung zu bewegen. So ist der ‚Alles akzeptieren‘-Button oft auffallend rot, der ‚Einstellungen‘-Button im Vergleich dazu unscheinbar grau oder auch kaum zu finden, weil er sich hinter ‚Mehr erfahren‘ versteckt wie bei Ebay zum Beispiel. Das Video-Portal Vimeo führte sogar in die Irre, indem es ein Kreuz, das man normalerweise als ‚Fenster schließen‘ versteht, als Zustimmung wertete. Dieses Banner wurde inzwischen entfernt.

Testergebnis

Untersucht wurden 35 Websites aus den Bereichen ‚Nachrichten und Information‘, ‚Shopping, Vergleiche und Reisen‘ sowie ‚Video‘. Beurteilt wurden die Verbraucherfreundlichkeit und Fairness in Bezug darauf, wie leicht sich datensparsame Einstellungen auswählen lassen und wie offen über eingesetzte Cookies informiert wird.

Bei den Nachrichten- und Info-Websites ganz oben: ARD und WDR. Hier sind keine Banner notwendig, weil keine zustimmungspflichtigen Cookies gesetzt werden. Als wenig nutzerfreundlich landet spiegel.de am Ende. Hier kann man die Cookies nur einschränken, wenn man ein Abo abschließt.

Bei den übrigen Websites konnten Shops wie Amazon, Otto oder Zalando damit punkten, dass sie vergleichsweise wenig Cookies setzen im Gegensatz zu Seiten, die viele Infos kostenlos anbieten und sich dafür über Werbung finanzieren.

Die Bahn schließlich kommt auch hier zu spät. Auf bahn.de ist kein Banner vorhanden, obwohl es wegen voraktivierter Cookies eines geben müsste. Auf diese Weise kann man auch keine Cookies blockieren. Hier soll nachgebessert werden, so die Bahn.


Weitere Informationen im Testheft 5/2021.


Auch Thema auf SR 1 am 29.04.2021 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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