Foto: SR/Frank Falkenauer

Konzepte gegen Waldtrockenheit und Borkenkäfer

  24.09.2020 | 17:25 Uhr

In diesem Sommer ist es ganz auffällig, viele graue tote Bäume stehen zwischen üppigem Grün. In einigen Wäldern werden die 'Leichen' gefällt, die Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald hat sich aber für einen anderen Weg entschieden.

Der Vorsitzende und Grünenpolitiker Klaus Borger hat den Bundestagsabgeordneten Markus Tressel und die Vertreter der Privatwaldbesitzer in den Privatwald mitgenommen und über den Waldzustand wie auch über Konzepte zu dessen Erhaltung gesprochen. Auch SR Reporterin Marie Kribelbauer war dabei:

Den Wald so natürlich wie möglich belassen
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Den Wald so natürlich wie möglich belassen

Die Douglasie ist eine der Baumarten, die in den letzten Jahren extrem unter der andauernden Trockenheit zu leiden hat. Und auch die Fichte ist eine der großen Verliererinnen des Klimawandels.

Zudem hat die Fichte in den letzten Jahren mit einem kleinen, aber gefräßigen Schädling zu kämpfen: mit, dem Borkenkäfer. Mit bloßem Auge kann ein Laie den auf Anhieb gar nicht sehen. Der steckt nämlich unter der Rinde von äußerlich gesunden Fichten und frisst sich da ordentlich satt.

Dabei ist dieser kleine gelb-braune Käfer nicht die Ursache des Fichtensterbens, sondern nur ein Symptom der langen Trockenheit. Der Baum verliert durch die andauernde Hitze seinen natürlichen Schutz und wird dadurch anfälliger für Schädlinge und Witterungsstress.

 (Foto: SR/Marie Kribelbauer)

Natürliche Waldentwicklung

Die große Frage ist aber, wie man mit den toten Fichten umgehen soll. Stehen lassen oder Kahlschlag? Daran scheiden sich die Geister. Die Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald lässt die gespenstischen Baumleichen stehen, bis sie sich nach etwa 30 Jahren langsam zersetzen.

Die toten Fichten können zwar weniger CO2 speichern als ihre gesunden Nachbarn, sie erfüllen aber noch viele wichtige Zwecke. Wenn Bäume stehen bleiben, geben sie jungen Pflanzen Schatten und schützen sie so vor Wind und dem Austrocknen. Wenn die toten Fichten allerdings gefällt werden, zerstört man auch ein Stück Waldklima und vor allem den Schutz der jungen Bäume.

Das geschlossene Blätterdach sorgt auch dafür, dass das wenige Wasser, das noch im Boden ist, langsamer verdunstet. Welcher Umgang mit den toten Fichten aber nun der richtige ist, das kann allerdings niemand so genau sagen; das ist abhängig vom Klimawandel. Die FBG Saar-Hochwald versucht jedenfalls, den Wald so natürlich wie möglich zu belassen und so für mehr Artenvielfalt zu sorgen.


Auch Thema auf SR 1 am 24.09.2020 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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