Ein geschlüpftes Küken (Foto: Pixabay/Lolame)

Verbraucher für mehr Tranzparenz bei Eiern 'ohne Kükentöten'

  19.03.2021 | 12:09 Uhr

Viele Verbraucher greifen im Handel zu Eiern von Anbietern, die auf das Töten von männlichen Küken verzichten. Dennoch ist die Kennzeichnung der Eier bislang nicht wirklich verbraucherfreundlich. Das hat eine Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen ergeben.

Hühner legen Eier und Hähnchen liefern Fleisch - ganz so einfach wie früher ist es nicht mehr. Durch Züchtung gibt es heute Hochleistungs-Legehennen und Masthühnerrassen. Das Problem dabei sind die männlichen Küken der Legerassen, denn die setzen so langsam Fleisch an, dass sich ihre Aufzucht finanziell gesehen nicht lohnt. Deshalb werden diese Küken derzeit in den Brütereien gleich nach dem Schlüpfen getötet und zu Tierfutter verarbeitet. In Deutschland werden so jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken aussortiert.

Verbraucher gegen Kükentöten

Beim Verbraucher werden falsche Erwartungen geweckt
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Beim Verbraucher werden falsche Erwartungen geweckt

Dafür haben die Verbraucher aber nur wenig Verständnis. Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen lehnen 85 Prozent der Befragten dieses Kükentöten ab. Es ist im übrigen derzeit auch nur noch übergangsweise erlaubt. Nach einem Gesetzentwurf, den die Bundesregierung im Januar 2021 verabschiedet hat, soll das Töten von Eintagsküken ab dem 1. Januar 2022 ganz verboten werden.

Die Alternativen

Das Kükentöten muss nicht sein. Eine Alternative ist, die Bruderhähne aufzuziehen und die Kosten dadurch zu decken, indem man die Eier der Schwesterhennen etwas teurer verkauft.

Eine andere Möglichkeit ist, das Geschlecht bereits im Brutei zu bestimmen und die Eier mit männlichen Embryonen auszusortieren.

Inzwischen entscheiden sich aber auch einige Produzenten, insbesondere in der Biobranche, wieder für Zweinutzungsrassen. Dabei bringen weder die Legehennen noch die Masthähnchen Spitzenerträge, dafür werden aber beide Geschlechter aufgezogen.

Eier (Foto: pixabay (CC0))

Eier 'ohne Kükentöten'

Bereits jetzt können die Verbraucher im Handel zu Eiern greifen von Produzenten, die aufs Kükentöten verzichten. Die entsprechende Kennzeichnung auf der Verpackung ist allerdings noch nicht aussagekräftig genug. Auch das hat die Umfrage der Verbraucherzentralen ergeben.

Den Befragten wurden vier verschiedene Label präsentiert. Nur zwei davon, "Huhn & Hahn" sowie "Hähnlein", konnten 71 bzw. 68 Prozent richtig einordnen. Die beiden anderen, "Bruderhahn-Patenschaft" und "Ohne Kükentöten" kannten 56 bzw. 30 Prozent nicht.

Schlimmer noch: Bei der Kennzeichnung 'ohne Kükentöten' ging knapp die Hälfte der Befragten davon aus, dass es sich um eine Bruderhahnmast handelt. Dem war aber nicht so.

Mehr Transparenz bei der Kennzeichnung gefordert

Die Verbraucher wollen aber genauer informiert werden. In der Umfrage haben sich rund drei Viertel der Befragten dafür ausgesprochen, dass über die Kennzeichnung 'ohne Kükentöten' hinaus auf der Eierpackung auch angegeben werden sollte, für welche Alternative sich die Produzenten entschieden haben und nach welchem Verfahren.

Die Verbraucherzentralen fordern daher, dass die aktuelle Kennzeichnung verbessert und verbraucherfreundlicher wird: "Wir erwarten, dass Hersteller Hühnereier eindeutig kennzeichnen. Neben der eingesetzten Methode - Geschlechtsbestimmung im Brutei oder Bruderhahnaufzucht - sollte auch transparent gemacht werden, wie und wo Bruderhähne aufgezogen werden."

Weitere Informationen

verbraucherzentrale-saarland.de
Verbraucher lehnen Kükentöten ab und wünschen sich klare Informationen
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentralen zeigt, dass die Mehrheit Kükentöten ablehnt. Verbraucher wollen außerdem deutlich erkennen, was hinter Hinweisen wie "ohne Kükentöten" steckt.


Auch Thema auf SR 1 am 19.03.2021 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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