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Urlaub im Ausland

  07.07.2019 | 09:15 Uhr

Viele haben jetzt die schönste Zeit des Jahres vor sich: endlich Urlaub! Wer den im Ausland verbringt, kann sich schnell unbeliebt machen, wenn er nicht die wichtigsten Gepflogenheiten kennt. Wir helfen nach.

Urlaub in...

... Thailand

Dos und Don'ts in Thailand
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Dos und Don'ts in Thailand

Vor der Reise nach Thailand sollte man sich die Nationalhymne des Landes anhören und einprägen. Denn wenn sie in Thailand ertönt, meist um 8 Uhr und um 18 Uhr, bleibt man nicht sitzen, sondern steht von seinem Platz auf, um dem Land seinen Respekt zu zollen.

Thailänder sind bekannt für ihre Freundlichkeit. Mit einem Lächeln zeigen sie auch ihrem Gegenüber ihren Respekt. So können sie ihr Gesicht wahren. Denn Unstimmigkeiten werden eher selten offen ausgetragen, in Thailand wird man nicht laut, wenn man sich ärgert; Peinlichkeiten werden einfach weggelächelt - zumindest in der Öffentlichkeit.

Das ist aber kein Freibrief dafür, sich daneben zu benehmen. Touristen sollten sich zum Beispiel nicht über Alltäglichkeiten aufregen, sondern sich vielmehr in Geduld üben. Respekt und Höflichkeit werden in Thailand groß geschrieben. Keine Bange, alles geht schon seinen Weg, eben nur mit mehr Ruhe. Also: nicht poltern, sondern relaxen!

Was man auch beachten sollte: Niemanden an den Kopf fassen oder streicheln, auch Kinder nicht. Denn der Kopf ist etwas Heiliges - im Gegensatz zu den eher schmutzigen Füßen; die sollte man einem anderen nicht entgegenstrecken, daher empfiehlt es sich, besser im Schneidersitz Platz zu nehmen. Man zeigt auch nicht mit Fingern auf andere Leute, auch nicht, wenn man den Kellner oder ein Taxi rufen will. Das wäre unhöflich.

Küssen in der Öffentlichkeit - das macht man nicht. Nicht, wenn man verliebt ist, und auch nicht bei der Begrüßung. Dabei gibt man sich auch nicht die Hand; ein einfaches 'Hallo' genügt.

Wer einen Tempel besuchen möchte, sollte darauf achten, ob die anderen Besucher ihre Schuhe draußen stehen lassen und seine Schuhe dann entsprechend ebenfalls ausziehen. Von den Betenden sollte man genügend Abstand halten, um ihre Andacht nicht zu stören. Am besten fragt man auch nach, ob und was man fotografieren darf. Denn in bestimmten Bereichen des Tempels ist es meist nicht erlaubt, auch Buddha-Statuen und Mönche sollte man besser nicht ablichten.

Was Tiere betrifft: Viele laufen in Thailand frei herum. Als Tourist sollte man zu ihnen Distanz halten und vorsichtig sein, denn schnell haben sie sich die Sonnenbrille oder die Handtasche gekrallt und sind damit auf und davon. Affen zu füttern ist verboten. Das Reiten auf Elefanten, in einem Elefanten-Camp zum Beispiel, sollte man den Tieren zuliebe auch unterlassen.

... der Schweiz

Dos und Don'ts in der Schweiz
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Dos und Don'ts in der Schweiz

In der Schweiz können wir als Touristen schon bei der Begrüßung in ein Fettnäpfchen treten. Mit der deutschen Begrüßung "Guten Tag" oder einem falsch ausgesprochenen "Grüezi" outet man sich direkt als Tourist.

Allgemein führt die Sprache der Schweizer bei vielen Deutschen ja immer zur Belustigung. An jedes Wort ein "i" dranhängen und schon hört es sich ein bisschen nach dem Schweizerdeutsch an - das glauben wir zumindest. Witze über die Sprache der Schweizer kommen allerdings gar nicht gut an und sollten deshalb vermieden werden.

Pünktlichkeit wird in der Schweiz groß geschrieben. Zu spät kommen wird gar nicht gern gesehen, ganz im Gegenteil: bei Verabredungen oder Terminen erscheint man lieber etwas zu früh.

Außerdem sollte man sich nicht dauernd über die teueren Preise beschweren. Die meisten Schweizer sind sich dessen durchaus bewusst und fahren selbst gerne über die Grenze zum Einkaufen.

...Belgien

Dos und Dont's in Belgien
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Dos und Dont's in Belgien

Das kleine Land ist zweisprachig, jedoch mit einer historisch tief verwurzelten Abneigung zwischen den Niederländisch sprechenden Flamen im Norden und den französischsprachigen Wallonen im Süden Belgiens. Einen Flamen sollte man daher nie auf Französisch und einen Wallonen nicht auf Niederländisch ansprechen. Als Tourist kommt man gut mit Englisch weiter.

So unterschiedlich die Sprachen sind, so unterschiedlich sind auch die Tempolimits in Belgien. Beim Überschreiten der Sprachgrenze muss man gegebenenfalls auf die Bremse treten.

Politische Diskussionen, die sehr populär sind oder sich auf den Sprachenstreit beziehen, sollte man vermeiden. Gespräche über Bier, Schokolade, die Fußball-Nationalmannschaft oder den König sind hingegen völlig unverfänglich.

Die Belgier lieben ihr Bier. Dabei machen die Vielfalt und die Geschmacksvariationen - zum Beispiel mit Minze oder Lakritzgeschmack - das Bier so interessant. Doch Vorsicht: das Bier ist extrem stark. Also nicht als Durstlöscher trinken, sondern vielmehr genießen!

... Schweden

Dos und Don'ts in Schweden
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Dos und Don'ts in Schweden

Diskretion ist hier Ehrensache, Privatspäre wird respektiert. Ein Vierer-Abteil in der Bahn, in dem eine Person sitzt, ist damit belegt. Man setzt sich dann nicht einfach dazu, sondern schaut erst nach, ob noch ein anderes Abteil frei ist. Das Gleiche gilt für einen Tisch im Restaurant. Auch hier nimmt man nur dann bei jemandem Platz, wenn man von ihm dazu aufgefordert wird.

Die Schweden drängeln nicht, sondern halten auch Abstand, wenn sie Schlange stehen. Hier also bitte nicht ungeduldig werden. Nähe lassen die Schweden auf ihre Art zu: Hier Duzt man sich - bis auf den König natürlich; der bleibt 'Ers Majestät' ('Eure Majestät').

Zu den Dingen, die der Schwede ebenfalls nicht tut, gehört zum Beispiel im Restaurant mit dem eigenen Messer in die Butter zu fahren. Dafür gibt es eigens ein Buttermesser, meist aus Wacholderholz. Wer sich also nicht unbeliebt machen möchte, der sollte hierzu greifen.

Alkohol ist in Schweden sehr teuer. Sich zu betrinken belastet die Urlaubskasse also erheblich. Auch das Benzin kostet mehr als bei uns. Aber darüber hinaus ist das Leben in Schweden gar nicht mehr so teuer.

Die Schweden sind es allerdings nicht gewohnt, das Ausländer ihre Sprache sprechen. Daher beherrschen viele Schweden auch Fremdsprachen oder zumindest Englisch sehr gut. Und wenn sie nach ihrer bescheidenen Aussage 'ein bisschen Deutsch' können, kann man davon ausgehen, dass sie bestimmt alles verstehen. Daher sollte man sich auch nicht über ihre Sprache lustig machen, zum Beispiel über den Kringel auf dem å. Wer sich aber die Mühe macht, ein paar Worte Schwedisch zu lernen, dem fliegen alle Herzen zu.

... Kroatien

Dos und Don'ts in Kroatien
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Dos und Don'ts in Kroatien

Kroatien ist nach wie vor ein gesellschaftlich sehr konservativ geprägtes Land. Dass sich Paare in aller Öffentlichkeit küssen, ist daher nicht üblich und wird besonders von älteren Bewohnern nicht gern gesehen. Bei den jüngeren Leuten ist es aber inzwischen kein Thema mehr.

Das sollte man auch bei der Wahl der Kleidung berücksichtigen, wenn man Dörfer, Städte und insbesondere Kirchen und Sehenswürdigkeiten besichtigen will. Hot Pants, knappe T-Shirts und Strandkleider sind dafür nicht geeignet. Vielmehr sollte man doch zu gediegener Kleidung greifen.

Viele Kroaten leben vom Tourismus. Der hat in den Sommermonaten Hochsaison. Wer es ruhiger mag, der kann seine Kroatienreise in der Vor- oder Nachsaison planen, also bis März bzw. ab Mitte September. Dann ist man mit den Einheimischen quasi unter sich. Auch in den Lokalen, die dann schon bzw. noch geöffnet sind.

Inzwischen sprechen viele Kroaten auch ein wenig Deutsch. In den Restaurants zumindest. Beim Bezahlen sollte man etwa 10 Prozent Trinkgeld geben, natürlich gerne auch mehr, wenn man zufrieden war. Die Kroaten freut's, sind die touristischen Einnahmen für viele doch ihr Haupteinkommen.

... Portugal

Dos und Don'ts in Portugal
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Dos und Don'ts in Portugal

Portugal ist NICHT Spanien! Das ist vielleicht das Wichtigste, das man sich merken sollte, wenn man Urlaub in Portugal plant. Denn den Vergleich mit dem großen Nachbarn Spanien mögen die Portugiesen nicht so sehr. Portugiesen und Spanier sind nämlich sehr gegensätzlich. Die Portugiesen sind eher ruhig und still und nicht so laut und temperamentvoll wie die Spanier.

Mit Spanisch sollte man es in Portugal auch erst gar nicht versuchen. Wer allerdings ein paar Worte Portugiesisch kann, wie Bom dia! (Guten Tag) oder Obrigado! (Danke), der gewinnt die Herzen der Portugiesen ganz schnell.

Auch Fußball ist ein gutes Gesprächsthema, das garantiert nicht ohne ein paar (natürlich positive) Worte über den Nationalhelden Ronaldo auskommt. Allerdings sollte man aufpassen, dass man nicht versehentlich in Schwärmen kommt über den FC Barcelona, Real Madrid oder deren Spieler. Das kommt nicht gut an, dafür ist die Rivalität mit Spanien zu groß.

Die Portugiesen sind eigentlich sehr zurückhaltende Menschen. Das spiegelt sich auch in ihrer Kleidung wieder. Bunte Hawaii-Hemden sind nicht ihr Stil. Die Portugiesen greifen eher zum grauen Anzug. Und wenn es an den Strand geht, bekommt das weiße oder schwarze T-Shirt den Vorzug.

... Österreich

Dos und Don'ts in Österreich
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Dos und Don'ts in Österreich

Österreich ist bei den Deutschen als Urlaubsland sehr beliebt - es ist sehr nah und die Sprache ähnelt sich. Aber das heißt nicht, dass es keine kulturellen Unterschiede zu Deutschland gibt. Wenn man zum Beispiel mit einem Österreicher spricht und ihn nicht versteht, sollte man keinesfalls fragen: 'Können Sie das auf Hochdeutsch sagen?'

Auch im Café und Restaurant gibt es Unterschiede. Wer zum Beispiel in Österreich einen Kaffee bestellen möchte, betont den auf der zweiten Silbe: also KaffEE. Ein Espresso ist in Österreich ein 'Einspänner' oder ein 'kleiner Brauner'. Und ein Latte Macchiato ist eine 'Wiener Melange'. Wenn man sich falsch ausdrückt und auf einen missgelaunten Kellner trifft, kann es sogar passieren, dass man nichts bekommt.

Zudem sind Kartoffeln 'Erdäpfel' und Tomaten heißen 'Paradeiser'. Wenn man die Speisekarte in der Hand hat und nicht versteht, was gemeint ist, braucht man hier jedoch nicht scheu zu sein und kann einfach nachfragen.

Die Österreicher legen zudem großen Wert auf die richtige Anrede. Da ist man zum Beispiel - zumindest in der geschriebenen Sprache - der Herr Magister oder die Frau Oberstudienrätin. Und wenn man zum Arzt muss, sollte man zu diesem auf jeden Fall Herr oder Frau Doktor sagen. Denn ansonsten wäre das geradezu eine Beleidigung.

... Großbritannien

Dos und Don'ts in Großbritannien
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Dos und Don'ts in Großbritannien

Der Brite legt Wert auf Distanz. Wangenküsse bei der Begrüßung sind daher nicht angebracht, ein Handschlag genügt völlig - sogar bei der Queen, falls man ihr begegnen sollte. Denn wer kein britischer Staatsbürger ist, der muss auch keine Verbeugung und keinen Knicks vor ihr machen, höchstens freiwillig aus Höflichkeit.

Worüber kann man mit den Briten reden ? Übers Wetter ? Gähn ... Über den Brexit? Gähn ... Über Fußball? Prima, immerhin spielen vier britische Mannschaften in internationalen Wettbewerben. Über die britische Königsfamilie? Da sollte man eher vorsichtig sein. In den Gazetten wird viel geschrieben, denn Papier ist ja bekanntlich geduldig ... Über die britische Küche? Die ist natürlich Geschmacksache, aber eigentlich gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Bemerkungen darüber nehmen die meisten Briten inzwischen mit Humor.

Achtung Linksverkehr! Das ist wohl jedem Reisenden in Großbritannien klar. Grundsätzlich ist das Fahren auf der 'falschen' Seite gar nicht so schwierig, nur in London selbst ist es für Unerfahrene vielleicht doch ein bisschen viel. Problematischer ist es da schon, falsch zu parken. Nur in den wenigsten Fällen kommt man auf der Insel ohne ein Ticket davon, gerne wird man auch abgeschleppt.

Die Briten sind sehr höflich. Sie entschuldigen sich bei fast jeder Gelegenheit, auch dann, wenn der andere einen Fehler gemacht hat. Diese Freundlichkeit sollte man als Urlauber schätzen und auch erwidern.

Bloß nicht drängeln! Was Briten aus der Ruhe bringt, sind Leute, die sich nicht ordentlich in die Schlange stellen, ganz gleich ob am Museum, in Geschäften, am Ticketschalter, am Bankautomaten oder an der Bushaltestelle. Sogar im Pub stellt man sich an und wartet, bis man mit seiner Bestellung an der Reihe ist. Wer hier also einfach über den Tresen ruft, was er haben möchte und mit dem Geldschein wedelt, der hat den Fettnapf voll getroffen.

Auch in Großbritannien sucht sich im Restaurant nicht jeder seinen Platz aus, sondern wartet, bis der Kellner einen Platz anbietet. Gute Restaurants sind teuer, besonders in London, es gibt aber auch viele günstige Lokale, vor allem mit asiatischer Küche oder Gerichten aus dem Nahen Osten. Beim Trinkgeld hilft ein Blick auf die Rechnung: Ist der Service inklusive? Wenn nicht: Die Bedienung ist für einen Bonus dankbar.

... Italien

Dos und Don'ts in Italien
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Dos und Don'ts in Italien

Wangenküsse zur Begrüßung werden von uns Deutschen nicht unbedingt erwartet. Wenn also jemand die Hand hinhält zur Begrüßung , dann sollte man sie annehmen und schütteln - ohne Küsschen.

Überhaupt sollte man mit Gesten vorsichtig sein, denn man kann schnell danebenliegen. die Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger und kleinem Finger zum Beispiel ist in Italien eine schlimme Beschimpfung.

Was das Essen betrifft, so kann man lange suchen, um ein Restaurant zu finden, in dem es Pizza gibt. Wer die essen will, ist in einer Pizzeria richtig.

Im Restaurant lässt man sich vom Kellner den Tisch zuweisen. Einfach auf einen freien Platz stürmen kommt nicht gut an. Italiener genießen das Essen, also bitte Zeit mitbringen. Käse auf Spaghetti Frutti di Mare ist eine Beleidigung für den Koch! Auch sollte man nicht versuchen, Spaghetti mit dem Messer zu zersägen. Italiener essen ihre Spaghetti mit der Gabel; mit etwas Übung bekommt man das auch hin. Allerdings bekommt man normalerweise im Restaurant auch einen Löffel hingelegt.

Nach dem Essen bestellen Deutsche, Engländer und andere oft einen Cappuccino. Der Italiener dagegen trinkt einen Cafè, also einen Espresso! Den trinkt man am günstigsten direkt an der Bar. Wer sich lieber setzen will, für den wird das Getränk direkt ein Vielfaches teurer.

Der Kellner bringt normalerweise eine Rechnung pro Tisch. Nicht wundern: Darauf befindet sich auch jeweils ein Betrag für das 'coperto', das Gedeck. Das Trinkgeld sollte etwa 10 Prozent des Gesamtbetrages ausmachen.

Italiener schätzen gute Kleidung. Man sollte aber nicht zu viel Haut zeigen; besonders beim Besuch von Kirchen sollten Schultern und Beine bedeckt sein. Als Zeichen des Respekts.

... Spanien

Dos and Don'ts in Spanien
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Dos and Don'ts in Spanien

Spanien ist eines der beliebtesten Länder bei deutschen Urlaubern. Dennoch sollte man sich nicht unbedingt gleich als Tourist outen. Die erkennen Spanier oft schon von weitem an ihrer Urlauber-Uniform: Sandalen mit weißen Socken und Shorts. Nein, ein Spanier trägt keine Sandalen. Spanier legen viel Wert auf ihre Kleidung. Daher kann, wer sich in Flipflops, kurzen Hosen und ärmellosem T-Shirt die Sehenswürdigkeiten anschaut, auch nur ein Urlauber sein, und wahrscheinlich ein deutscher. Denn so gehen Spanier allenfalls an den Strand, aber nicht in die Stadt. Dafür macht sich der Spanier vielmehr chic!

In Spanien gehen die Uhren auch etwas anders als bei uns. Hier wird nicht schon um 12 Uhr zu Mittag gegessen, sondern erst gegen 14.30 Uhr. Und um 17 oder 18 Uhr beenden Spanier normalerweise erst ihre Siesta oder sitzen noch im Büro. Zu Abend gegessen wird hier erst gegen 22 Uhr. Als Urlauber sollte man sich daher an diese klassischen spanischen Essenszeiten anpassen.

Im Restaurant sitzen Spanier übrigens gerne unter sich. Das bedeutet, auch wenn an ihrem Tisch noch Plätze frei sind, sollte man sich lieber nicht dazu setzen, das haben sie nicht so gerne. Am Ende getrennt zahlen, wie wir es in Deutschland gewohnt sind, ist in Spanien nicht üblich. Hier zahlt man gemeinsam am Tisch und teilt dann hinterher die Summe untereinander auf.

Wer in Spanien Pluspunkte sammeln will, der sollte ein paar Worte Spanisch lernen, und wenn es auch nur ein ¡Hola!,(Hallo) ¡Buenos días! (Guten Tag) oder ¡Adiós! (Auf Wiedersehen) ist. Das kommt bei den Spaniern gut an.

... der Türkei

Dos and Don'ts in der Türkei
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Dos and Don'ts in der Türkei

Man kann als Urlauber in der Türkei mit den Einheimischen durchaus über Politik diskutieren, allerdings sollte man den Respekt vor der Meinung des Anderen wahren. Was gar nicht geht, sind abfällige Bemerkungen über Erdogan, denn es kann immer sein, dass das Gegenüber ein glühender Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten ist. Genauso wenig sollte man sich über den Muezzin oder seinen Gebetsruf lustig machen.

Andere Dinge sehen die Türken dagegen lockerer - zumindest in den Touristengebieten. So darf Mann dort inzwischen gerne in kurzen Hosen herumlaufen - allerdings nicht in die Moschee - und Frau kriegt keinen Ärger, wenn sie auf offener Straße laut lacht. Wer allerdings abgelegene anatolische Dörfer besucht, sollte ein bisschen zurückhaltender sein: lange Hosen tragen, nicht laut herumgrölen, nicht schulterfrei herumlaufen und nicht jeden fotografieren.

Generell sollte man auch nicht mit einer Bierflasche durch die Stadt laufen, denn alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken, das sehen die Einheimischen nicht so gerne. Alkohol im Restaurant oder Straßencafé ist dagegen kein Problem. Nur während des Ramadan sollte man auch damit eher vorsichtig sein.

Die Türken sind sehr gastfreundliche Menschen. Falls man eingeladen wird, ist es höflich und wichtig zu fragen, ob man die Schuhe ausziehen soll, bevor man die Wohnung betritt. Denn das ist in vielen Familien so üblich.

Männer sollten auch keine Berührungsängste haben, was andere Männer angeht. Körperkontakt wie zum Beispiel Wangenküsse sind auch unter Männern durchaus üblich. Und zwei Männer, die Arm in Arm gehen, sind nicht unbedingt schwul, sondern einfach gute Freunde.

Handeln gehört in der Türkei zum Leben. Man sollte sich als Urlauber daher nur dann auf einen Handel einlassen, wenn man sich auch tatsächlich für die Ware interessiert. Unhöflich wäre, um den Preis zu feilschen, und dann zu sagen, dass man die Ware doch nicht haben will.

Was man in der Türkei auch nicht macht: getrennt bezahlen, wenn man an einem gemeinsamen Tisch sitzt. Als Deutscher fällt man damit sofort auf. Es gibt in der Türkei sogar einen eigenen Begriff dafür: Alman usulü - auf deutsche Art bezahlen. Das ist dabei gar nicht mal negativ gemeint.

Was die Türken allerdings überhaupt nicht mögen, ist, wenn jemand laut ins Taschentuch schneuzt. Wenn die Nase läuft, sollte man sie unbedingt leise putzen und das, wenn möglich, nicht in der Öffentlichkeit.

... Griechenland

Dos and Don'ts in Griechenland
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Dos and Don'ts in Griechenland

Wer in Griechenland mit Freunden im Restaurant oder in der Taverne ißt, sollte lieber nicht, wie man es bei uns kennt, einzeln die Rechnung verlangen. Das mögen die Griechen nicht. Zudem sollte man auch nicht die Bedienung herbeiwinken, fuchteln oder mit dem Finger auf etwas zeigen. Das ist kein guter Stil, denn die Körpersprache ist in Griechenland sehr kompliziert. Dabei kann man richtig viel falsch machen.

Am allerschlimmsten wäre es, wenn man zum Beispiel beim Bäcker eine ganze Hand voller Brötchen möchte und dem Menschen hinter der Theke fünf Finger zeigt. Das ist in Griechenland eine ganz üble Beleidigung, die noch aus byzantinischer Zeit stammt und - einfach gesagt - heißt, dass man jemanden etwas ganz Schlimmes will; etwa so, wie wenn man bei uns den ausgestreckten Mittelfinger zeigt.

Was Kleidung und Mode angeht, sind die Griechen in den vergangenen Jahren dagegen lockerer geworden. So sind zum Beispiel weiße Socken in braunen Sandalen kein Problem. Man sollte jedoch nicht in Badekleidung oder knappen Shirts und Shorts eine Kirche besichtigen. Und Baden 'Oben ohne' ist jenseits von Nacktstränden noch immer ein rotes Tuch, vor allem für ältere Griechen.

Was den Körperkontakt betrifft, sind die Griechen dagegen viel entspannter als wir. So kann es zum Beispiel passieren, dass man, wenn man mehrfach ein Restaurant besucht, plötzlich vom Kellner links und rechts ein Küsschen auf Backe bekommt, also fast schon wie ein Freund begrüßt und in den Arm genommen wird. Das ist aber nicht überall so. Deshalb einfach beobachten, wie die Kellner mit anderen Gästen umgehen!

Wer beim Shoppen am Nachmittag auf geschlossene Geschäfte trifft, der sollte einfach am Abend noch mal wiederkommen. Denn die Geschäfte haben dann keine Ferien, sondern halten mittags Siesta, was bei der Hitze in Griechenland durchaus Sinn macht. Dafür öffnen die Läden dann gegen 18 Uhr wieder und machen erst gegen 22 Uhr oder 23 Uhr dicht.

Für diejenigen, die bei ihrem Griechenland-Urlaub alles perfekt machen möchten, noch ein Tipp: Wenn wir "Nein" sagen, schütteln wir unseren Kopf und drehen ihn hin und her. In Griechenland ist das genau anders herum. Da wird wie der Kopf nach oben gezogen, fast zu einen Ja, und ein όχι, also "Nein" dazu gesagt.

... den Niederlanden

Dos & Don'ts in den Niederlanden
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Dos & Don'ts in den Niederlanden

Ja, es sind die Niederlande, in denen man sich aufhält, nicht Holland. Denn Holland ist nur ein Teil im Westen des Landes, der aus den beiden Provinzen Noord-Holland und Zuid-Holland besteht.

Wer also in den Niederlanden Urlaub macht, sollte nicht erwarten, dass man dort Deutsch versteht und spricht - und es selbst auch besser nicht auf Deutsch versuchen. Wer kein Niederländisch kann, kommt mit Englisch in der Regel weiter, das können viele Niederländer gut..

Und worüber kann man sich mit ihnen unterhalten? Das Thema Fußball sollte man jedenfalls besser meiden oder auch den 2. Weltkrieg. Auf keinen Fall sollte man etwas Negatives über das Königshaus sagen. Ein Thema, das dagegen immer gut ankommt: die Campingplätze zuhause. Für die schönen in der Heimat darf man gerne Reklame machen. Im besten Fall fahren die Niederländer dann sogar mal hin.

Ein Besuch der größten Stadt Amsterdam steht bei vielen Urlaubern auf dem Programm. Allerdings sollte man es nicht mit dem Auto versuchen, denn die Stadt ist total verstopft. Als Fußgänger sollte man auf keinen Fall auf den rot asphaltierten Radwegen laufen, denn dann riskiert man, von den Radfahrern umgefahren zu werden. Die stehen hier nämlich ganz oben auf der Rangliste vor den Autofahrern und den Fußgängern. Bei einem Abstecher in den berühmten Rotlichtbezirk unbedingt den Fotoapparat in der Tasche lassen. Fotos sind nicht erwünscht. Wer fotografiert, riskiert vielmehr, seinen Urlaub ohne Kamera fortzusetzen.

Viele glauben auch, Drogen seien in den Niederlanden erlaubt. Stimmt aber nicht. Es gibt zwar Orte, an den Drogen in geringen Mengen geduldet werden, man sollte es allerdings nicht offen machen, und schon gar nicht darüber reden. Denn die Niederländer mögen das eigentlich gar nicht.

Viele deutsche Urlauber fahren gerne an den Strand. Mit seinen Sandburgen fällt der Deutsche dort direkt auf. In den Niederlanden aber hat man Mauern nicht so gerne, der Strand soll ja für alle da sein.

Es braucht vielmehr nur etwas Freundlichkeit, damit lässt sich bei unseren niederländischen Nachbarn leicht das Eis brechen. Und dann bieten sie uns auch schnell das 'Du' an.

... Frankreich

Flagge Frankreich (Foto: pixabay / jackmac34)

Deutsche Touristen sind ja gerne für alles gerüstet - auch dafür, dass Paris sich plötzlich in eine unwirtliche Wildnis verwandelt. Trotzdem sollte man seine geliebten Outdoor- und Trekkingklamotten lieber zu Hause lassen, wenn man in französischen Städten und am Strand keine missbilligenden Blicke - mon dieu! - auf sich ziehen will.

Gutes Essen gehört zur französischen Lebensart, dementsprechend haben Tischmanieren für die Franzosen eine hohe Bedeutung. Ein beliebter Fauxpas wird gerne in Restaurants oder Cafés begangen: Dort sollte man niemals einfach zum nächsten freien Platz stürmen, sondern brav warten, bis der Kellner einen hingeleitet. Weinschorle ist tabu und Café au lait gibt´s nur morgens, nicht als Digestif nach dem Essen!


Auch Thema auf SR 1 ab dem 1. Juli 2019 täglich in den Sendungen 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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