Gesperrte Sitzplätze im Flughafn-Terminal (Foto: pixabay / Michael Gaida)

Trotz Corona in den Herbstferien verreisen?

  06.10.2020 | 00:00 Uhr

Im Saarland beginnen am 10. Oktober die Herbstferien. Trotz Corona überlegen viele, wegzufahren. Aber wohin? Die Liste der Risikogebiete ist aktuell lang. Und: Wie sieht es mit dem Reiserecht in Corona-Zeiten aus?

Wohin in den Herbstferien?
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Wohin in den Herbstferien?

Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes

Von ganz Spanien über große Teile der Niederlande und fast komplett Frankreich bis zu Tirol - die Liste der Länder mit den Corona-Reisewarnungen wird immer länger. Derzeit gelten diese für 138 Länder, die teilweise oder ganz Risikogebiet sind. Zudem gibt es für 50 weitere Länder Ein- und Ausreisebeschränkungen.


Urlaub trotz Reisewarnung

Trotz der ausgesprochenen Reisewarnung etwa für Spanien und damit auch die Kanarischen Inseln bieten einzelne Unternehmen wieder Reisen dorthin an. Juristisch gesehen ist das natürlich auch erlaubt, denn eine Reisewarnung ist natürlich kein Reiseverbot. Dennoch sollte man als Reisender ein paar Dinge im Blick haben, so die Juristin Elif Tanto von der Verbraucherzentrale Saarland.

Denn wer jetzt in den Urlaub fährt, bei dem reisen auch gewisse Gefahren mit. Wer etwa in ein ausgewiesenes Risikogebiet reist, der muss sich auf Quarantänemaßnahmen und Coronatests einstellen. Hier sollte man sich unbedingt vorab informieren, da dies gegebenenfalls auch Auswirkungen auf die Arbeit und den Lohn oder das Gehalt haben kann.

Die aktuellen Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende im Saarland gibt es hier im Überblick.


Reisewarnungen und Stornierungen

Grundsätzlich können Kunden eine Pauschalreise kostenfrei stornieren, wenn außergewöhnliche Umstände zum Zeitpunkt der Reise auftreten. Dazu gehört auch die Corona-Pandemie, wenn eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen wurde. Diese gilt vor Gericht als starkes Indiz dafür, dass eine Reise stark beeinträchtigt ist.

Aus ihrer Erfahrung war es so, dass die Reiseveranstalter im Falle einer Reisewarnung auch eine kostenfreie Stornierung zugelassen haben, so Elif Tanto von der Verbraucherzentrale Saarland. Ist es jemanden einfach nur Unwohl dabei, in den Urlaub zu fahren, etwa aus Angst, sich mit Covid anzustecken, ist das kein Grund für eine kostenfreie Stornierung.

Wichtig ist: Auch Reiseveranstalter können Reisen absagen, obwohl die Kunden unbedingt reisen möchten. Zusätzlich weißt die Reiseexpertin der Verbraucherzentrale darauf hin, dass sich die Reisewarnungen ständig ändern.

Menschen am Flughafen (Foto: pixabay.com/Free-Photos)


Reise in ein Risikogebiet

Wer jetzt noch Last-Minute eine Reise in ein Risikogebiet mit Reisewarnung bucht, kann sich nicht mehr auf außergewöhnliche Umstände berufen, wenn er oder sie die Reise plötzlich doch nicht mehr antreten möchte, so Elif Tanto. Schließlich wusste er vorab worauf er sich einließ. Das ist anders, als wenn die Reise schon im Januar für die Herbstferien gebucht wurde.

Die Regelungen gelten für Pauschalreisen. Etwas anders ist die Rechtslage bei einer individuell gebuchten Reise. Hier ist der wichtigste Punkt: die Stornierungsbedingungen. Sie zu lesen, ist das aller Wichtigste vor Vertragsabschluss. Hier wird angegeben, wie die Reise storniert werden kann und welche Kosten zu welchem Zeitpunkt entstehen.


Individuell unterwegs: Ferienhaus oder –wohnung

Wer ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung bucht, sollte immer die Stornierungsbedingungen lesen. Viele Vermieter sind mittlerweile sehr kulant und bieten kostenfreie Stornierungen bis kurz vor der Reise an. Das sollte auch schriftlich zugesichert sein.

Gerade für eine Reise ins Ausland sollten die Urlauber sich über die Regelungen des Reiselandes informieren. Hier ist es mit den kostenfreien Stornierungen meist schwierig, so die Erfahrung von Elif Tanto von der Verbraucherzentrale Saarland. Daher sollte man unbedingt den direkten Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen und klare Vereinbarungen treffen. Gleiches gilt natürlich auf für ein Hotel. Auch hier ist es besser, sich vorab über die Stornierungskonditionen zu informieren.


Unterwegs mit dem Flugzeug

Wird ein Flug gebucht, um etwa nur zum Ferienhaus zu kommen, ist die Rechtslage nochmal etwas anders. Da kann man sich viel schwieriger aus einem Vertrag lösen, so die Erfahrungen der Verbraucherzentrale Saarland. Denn wenn der sogenannte „Beförderungsvertrag“ von der Airline eingehalten werden kann, dann kann man nicht so ohne weiteres kostenfrei vom Flug zurücktreten. Man kann dann natürlich die Reise nicht mehr antreten, bekommt allerdings im Zweifelsfall nur noch Steuern und Gebühren zurück. Auch da muss man sich also vorab über die Stornogebühren im Klaren sein.


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Auch Thema am 06.10.2020 auf SR 1 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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