Umweltstreife unterwegs in Burbach (Foto: SR/Maureen Welter)

Umweltstreife will Müllsünder detektivisch ermitteln

Maureen Welter   27.04.2021 | 12:25 Uhr

Sperrmüll am Straßenrand, Glasflaschen und Tüten voller alter Windeln rund um die Container - Müll, der einfach in der Öffentlichkeit entsorgt wurde. Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) ist bemüht, den illegal entsorgten Müll möglichst schnell einzusammeln. Bevor gesäubert wird, rückt aber die Umweltstreife an und versucht, detektivisch die Täter zu ermitteln.

Müll, der einfach in die Umwelt gekippt wurde, ist nicht nur ärgerlich und verschandelt die Landschaft. Die Entsorgung kostet auch Zeit und Geld. Geld, das letztendlich von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gezahlt werden muss.

SR-Reporterin Maureen Welter hat die Umweltstreife bei einem Einsatz begleitet.

Darum versuchen Christian und Pascal von der Umweltstreife die Täter oder Täterinnen zu ermitteln, bzw. die Betroffenen, wie es juristisch korrekt heißt. Dafür müssen sie auch mal tief in Müllsäcken wühlen und das ist meist eine sehr unangenehme Arbeit, denn es heißt abtauchen in Schmutz, Gestank, Schimmel, Verwesung. Die Hinweise für illegale Müllentsorgung oder Altglas, das einfach neben dem Container entsorgt wurde, bekommt der ZKE häufig über Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern.

Und nicht nur Mülltüten werden einfach irgendwo abgelegt. In Saarbrücken in der Hochstraße steht ein Sofa am Straßenrand. Direkt neben einem ZKE-Schild mit der Aufschrift: „Dies ist kein Abstellplatz für illegalen Sperrmüll“. Das Sofa zum Sperrmüll zu bringen wäre kostenlos. Es sich von der Stadt abholen zu lassen, würde 15 Euro kosten. Die illegale Entsorgung von Sperrmüll kann den Besitzer gut 250 Euro kosten - wenn er denn gefunden wird. Ansonsten muss der Steuerzahler ran.

Umweltstreife unterwegs in Burbach (Foto: SR/Maureen Welter)

Erklärbar, aber nicht zu entschuldigen

Die Soziologie weiß: Wenn irgendwo Müll rumliegt, dann animiert das die Menschen dazu, ihren Müll ebenfalls dorthin zu werfen. Aber nur, weil man das Phänomen soziologisch erklären kann, muss man es nicht entschuldigen.

Christian und Pascal ist es deshalb wichtig, dass der Müll nicht einfach nur von der Stadt abgeholt wird, sondern dass die Verantwortlichen auch zur Rechenschaft gezogen werden. Bei jedem Standort werden deswegen auch Beweisfotos gemacht. Nur so werde sich langfristig etwas verbessern, sagen die Männer von der Umweltstreife.


Mehr zum Thema


15 Prozent mehr Anzeigen seit Beginn der Pandemie
Mehr Verstöße gegen den Naturschutz
Im Saarland gibt es seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Verstöße gegen den Naturschutz. Grund dafür ist laut der Naturlandstiftung Saar, dass mehr Menschen ihre Freizeit im Freien verbringen.


Auch Thema am 27.04.2021 auf SR 1 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja