Eine medizinische Maske und FFP2-Masken (Foto: imago images / Jan Huebner)

Medizinische Masken schützen besser

  26.01.2021 | 11:23 Uhr

Ab sofort gilt auch im Saarland die neue Corona-Verordnung. Sie fordert das Tragen einer medizinischen Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder in Praxen. Was gilt als medizinische Maske und was sollte man beachten?

Dr. Jürgen Rissland klärt über medizinische Masken auf
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Dr. Jürgen Rissland klärt über medizinische Masken auf

Nach dem letzten Bund-Länder-Treffen haben Bundeskanzlerin Merkel und die 16 Ministerpräsidenten verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Dabei wurde auch die Maskenpflicht angepasst. Ab sofort muss in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften, auf Märkten, in Praxen und bei Gottesdiensten eine medizinische Maske getragen werden.

Die genähten Alltags- bzw. Stoffmasken sind dann dort nicht mehr erlaubt. Medizinische Masken werden auch in allen Situationen empfohlen, in denen man mit anderen länger und/oder enger in Kontakt kommt. Die neue Verordnung gilt auch für Kinder ab sechs Jahren. Der Virologe Dr. Jürgen Rissland rät allerdings davon ab, Kinder FFP2/FFP3 Masken tragen zu lassen. Der Atemwiderstand sei hier zu groß.

OP-Maske

Neue Maskenpflicht: Was zu beachten ist
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Neue Maskenpflicht: Was zu beachten ist

Die medizinischen Masken oder auch OP-Masken schützen den Träger selbst, aber vor allem seine Mitmenschen. Durch die Maske werden die Tröpfchen, die beim Sprechen oder Husten ausgestoßen werden, gefiltert. Die noch feineren Aerosole werden dabei nur bedingt gefiltert. Zu kaufen gibt es die OP-Masken mittlerweile in fast allen Geschäften in Vorratspaketen. Dabei unbedingt auf das CE-Zertifikat mitsamt vierstelliger Prüfziffer achten!

FFP2-/FFP3-Maske

Im Gegensatz zur OP-Maske schützen die FFP2/FFP3 Masken nicht nur andere, sondern auch einen selbst. Diese Masken filtern mindestens 95% (FFP3 sogar 99%) der Aerosole und verhindern dadurch eine mögliche Infektion. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Masken die notwendige CE-Zertifizierung besitzen. Der Begriff FFP kommt aus dem englischen und steht für Filtering Face Piece und bedeutet Atemschutzfilter.

Die Masken sollte man nicht zu lange tragen. Man muss sie aber auch noch nicht gleich wegwerfen, wenn man damit mal eine Stunde einkaufen war. Empfohlen werden bei FFP2-FFP3-Masken eine maximale Tragedauer von zwei Stunden, bei FFP-Masken ohne Ausatemventil maximal 75 Minuten jeweils mit einer anschließenden Mindesterholungsdauer von 30 Minuten.

Und: Damit die Maske richtig sitzt, sollten Bartträger ihren Bart am besten abrasieren.

"For non medical Use only"

In einigen Geschäften findet man zudem Masken, auf welchen der Satz "For non medical Use only" aufgedruckt ist. Dies ist der Fall, wenn die Maske aus China kommt, denn dort werden unter anderem auch FFP2-Masken in nicht-medizinischen Bereichen genutzt. Beim Export nach Deutschland muss deshalb der Satz auf die Masken gedruckt werden.

Handelt es sich bei den Produkten aber um Masken, die mindestens den Standard FFP2 oder KN95/N95 haben und hier das CE-Siegel mitsamt der vierstelligen Prüfziffer erhalten, dann gelten diese - sofern es sich um keine Fälschung handelt - als sicher und sind geeignet. Nach der saarländischen Rechtsverordnung ist das CE-Siegel allein allerdings nicht ausreichend, dieses findet man auch auf jedem Elektrogerät.

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte genügt bei den einfacheren medizinischen Gesichtsmasken (OP-Masken) eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt. Die vierstellige Prüfnummer ist dabei nicht erforderlich.

Warum keine Alltagsmasken mehr

Die bisherigen Alltagsmasken oder auch Mund-Nasen-Bedeckungen bremsen zwar den Atemstrom ab und reduzieren den Tröpfchenauswurf, schützen den Träger aber nicht immer. Dies hängt vor allem davon ab, welcher Stoff verwendet wurde, wie viele Lagen die Maske besitzt und wie genau die Maske an das Gesicht angepasst ist.

Schutz vor dem Coronavirus
Fragen und Antworten zu FFP2-Masken
Wie man die richtige Maske erkennt, was beim Tragen dieser Masken zu beachten ist und wie sie desinfiziert werden können.


Auch Thema auf SR 1 am 25.01.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland' .

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